NORDENHAM Uta Elb machte kein Geheimnis aus ihrer Erleichterung. „Da fällt mir ein Stein vom Herzen“, sagte sie und betonte, dass sie nicht nur als SPD-Ratsmitglied spricht, sondern auch als betroffene Mutter. Viele Jahre hat die Sozialdemokratin dafür gekämpft, dass Kinder mit Förderbedarf die Möglichkeit bekommen, ganz normale Grundschulen zu besuchen. Dieser Wunsch könnte nun in Erfüllung gehen. Ab dem nächsten Schuljahr soll in Nordenham das Regionale Integrationskonzept (RIK) umgesetzt werden. Grünes Licht für dieses Vorhaben gab am Donnerstag der Jugend- und Bildungsausschuss in seiner Sitzung. Jetzt muss nur noch das niedersächsische Kultusministerium dem Antrag zustimmen.

Auf dem Silbertablett bekamen die Ausschussmitglieder ein Konzept serviert, dass die Leiter von acht Grundschulen ausgearbeitet hatten. Mitmachen wollen die Grundschulen Blexen, Einswarden, Phiesewarden, Süd, Abbehausen und Esenshamm; außerdem die Grundschulen Burhave und Stollhamm in Butjadingen.

Gemeinsamer Unterricht

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Die Leiterin der Grundschule Süd, Gesine Skupin, erläuterte das Konzept, mit dem eine Vorgabe des Schulgesetzes umgesetzt wird. Ziel ist es, dass Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf künftig gemeinsam unterrichtet werden. Sie sollen sich als zusammengehörig in einer wohnortnahen Schulgemeinschaft erleben. „Die Schüler sollen im Umgang miteinander lernen, die eigenen Stärken und Schwächen, aber auch die der anderen einzuschätzen“, heißt es im RIK. Dadurch könne gegenseitiges Verstehen und Akzeptieren, aber auch die Fähigkeit zu begründeter Kritik gefördert werden.

Zurzeit werden Schüler mit Förderbedarf größtenteils in der Schule Am Siel unterrichtet. Wie Gesine Skupin mitteilt, besuchen aber auch jetzt schon eine ganze Reihe dieser Kinder eine Grundschule. Eine Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Schule Am Siel findet bereits statt. Allerdings seien die Lehrerstunden, die dafür zur Verfügung stehen, nicht ausreichend. Das könnte sich mit der Einführung eines Integrationskonzeptes ändern.

Das Konzept sieht vor, dass jede teilnehmende Schule zwei Lehrerstunden pro Klasse bekommt. Das bedeutet jeweils 16 zusätzliche Stunden für die Schulen Abbehausen und Süd, 12 für Blexen, 10 für Einswarden und jeweils 6 für Phiesewarden und Esenshamm. Wie Jan Bahlmann, der Leiter der Schule Am Siel, mitteilte, wird in den anderen Nordenhamer Grundschulen darüber nachgedacht, sich im nächsten Jahr dem Schulversuch anzuschließen. Kinder mit sehr hohem Förderbedarf können nach wie vor die Schule Am Siel besuchen. Für die schwierigen Fälle bleibt der Primarbereich bestehen.

Die Fraktionen votierten einstimmig für das Integrationskonzept. Bei der CDU mussten die Befürworter allerdings viel Überzeugungsarbeit leisten. Dr. Tilman Kaethner äußerte Bedenken, ob bei einer integrativen Beschulung starke Schüler noch genügend gefördert werden. Letztlich stimmten aber auch die Christdemokraten dem Integrationskonzept zu. Großen Wert legt Tilman Kaethner aber darauf, dass Eltern von nicht förderbedürftigen Kindern diese nicht zwangsläufig auf eine Integrationsschule schicken müssen. Dazu müssten allerdings die Schuleinzugsgrenzen aufgehoben werden.

Positive Erfahrungen

Was die Umsetzung der integrativen Beschulung angeht, gehört Nordenham eher zu den Nachzüglern als zu den Vorreitern. In vielen Kommunen in Niedersachsen wird das Integrationskonzept bereits umgesetzt. Und nach den Worten von Gesine Skupin sind die Erfahrungen sehr positiv.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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