Iffens Angesichts steigender Umweltbelastungen möchte der Umweltverband BUND Region Weser-Elbe mit seinen Aktivitäten unter anderem helfen, den Zustand von Gewässern und Grundwasser zu analysieren und zu verbessern. Vor diesem Hintergrund erfolgen seit Januar 2018 regelmäßig entsprechende Veranstaltungen. In Iffens hatten sich nun zu einem eintägigen Seminar in der Umweltstation mit dem Titel „Aktion Wasser“ insgesamt neun Teilnehmer angemeldet. Die meisten von ihnen kamen aus der Wesermarsch. Einige hatten aber auch längere Anfahrten – wie etwa von der anderen Weserseite – in Kauf genommen, um ihren Wissensstand in Fragen der Gewässeruntersuchungen zu erweitern.

Interessierte Laien

Dabei war die Thematik für die Seminarbesucher keineswegs neu. Zu den Teilnehmern der Theorie- und Praxis-Fortbildung mit den Dozenten Dr. Wolfgang Meiners (Chemie, Physik), Gert Rosenbohm (Fische) und Petra Leifert (Biologie) gehörten unter anderem eine Chemikerin, eine Biologin, ein Agrarwissenschaftler, ein Landwirt und mehrere Angler. „Diese Veranstaltung richtet sich vor allem an interessierte Laien, obwohl naturwissenschaftliche Grundkenntnisse natürlich von Vorteil sind“, sagte Bernd Quellmalz, Leiter der BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe.

Am Vormittag gab es zunächst allerlei Informationen rund um den Gewässerschutz. Was ist bei der Untersuchung regionaler Gewässer zu beachten? Welche chemisch-physikalischen Beobachtungen sind von Relevanz? Auf welche Tier- und Pflanzenarten stößt man bei der Untersuchung der Oberflächengewässer? Wie werden aussagekräftige Protokolle erstellt? Nachdem diese und andere Fragen geklärt waren, folgte der praktische Teil.

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Ausgerüstet mit Keschern und Senken machte sich die Gruppe auf den Weg, um an drei verschiedenen Standorten – aus dem Sieltief nahe der Betonbrücke, einer Stelle in unmittelbarer Nähe des Schöpfwerkes und aus zwei weiteren Gräben – Wasserproben zu entnehmen. Bereits bei einer ersten Inaugenscheinnahme überraschte der Fund von sage und schreibe über 30 Ostseegarnelen. Im vergangenen Jahr konnte an denselben Wasserentnahmestellen gerade einmal ein Exemplar nachgewiesen werden. Ostseegarnelen bevorzugen leicht salzige Gewässer und sind daher gewöhnlich in maritimen Gewässern und an Flussmündungen anzutreffen. Ihre Ansiedlung in den Sielen der Wesermarsch ist in der Verschiebung der Brackwasserzone begründet. Das Brackwasser weist nämlich seit den Weservertiefungen einen deutlich höheren Salzgehalt auf. Davon konnten sich die Seminarteilnehmer am Nachmittag selbst überzeugen, als die Laborauswertungen der Gewässerproben auf dem Programm standen.

Es konnte ein Salzgehalt von 1,5 Promille nachgewiesen werden. „Das ist wirklich ein sehr hoher Wert“, betonte Bernd Quellmalz. Irritierend sei ebenso der geringe Fischbestand in den beiden Iffenser Gewässern. Die Gruppe war auf keinen einzigen Stichling gestoßen, lediglich auf einige Rotaugen, Rotfedern und Brassen. Im Vergleich zu den Untersuchungsergebnissen aus dem Vorjahr sei diese Bilanz besorgniserregend, hieß es. Sie legt eine Einstufung der Gewässerqualität als kritisch belastet nahe.

Weitere Aktionen

Wer sich für die Untersuchung der regionalen Gewässer interessiert, sollte sich den Sonnabend, 29. Juni, vormerken. Dann wird es in der Umweltstation Iffens einen vergleichbaren Aktionstag geben.

Am 6. Juni wird Gert Rosenbohm in Brake einen Vortrag über Fische halten. Und am Donnerstag, 29. August, besteht in Brake die Möglichkeit, das eigene Brunnenwasser von den Experten des BUND analysieren zu lassen. Wer Lust hat, selbst Wasseruntersuchungen vorzunehmen, ist beim BUND willkommen und wird dabei gerne unterstützt. Nähere Infos auf der Homepage.


     www.bund-weser-elbe.de 
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