NORDENHAM Mit dem Motto „Abi Vegas – 13 Jahre hoch gepokert“ hatten die Gymnasiasten ihrem Schulleiter eine Steilvorlage gegeben, die er bei der Abschlussfeier gerne aufnahm. „Ist der Abi-Jahrgang 2010 etwa ein fremdbestimmtes und suchtgefährdetes Wesen?“, fragte Klaus-Dieter Laske die 73 jungen Frauen und Männer, die am Freitag erwartungsvoll der Zeugnisübergabe entgegensahen.

Die Antwort gab der Rektor gleich selbst, indem er den frischgebackenen Abiturienten bescheinigte, mit ihrer Durchschnittsnote und dem Einser-Anteil außergewöhnlich gut abgeschnitten zu haben. Und das hat nichts mit Glücksspiel zu tun, sondern ist das Ergebnis harter Arbeit. Mit der Durchnittsnote 2,43 verpasste der Jahrgang 2010 nur knapp den vor zwölf Jahren erzielten Bestwert 2,42. Als historischen Rekord bezeichnete Klaus-Dieter Laske den Anteil der Schüler, die eine 1 vor dem Komma im Abi-Zeugnis vorweisen können. Er liegt bei 33 Prozent.

Allerdings verheimlichte der Schulleiter nicht, dass die Durchfallerquote mit 11 Prozent recht hoch ist und die sonst üblichen 5 Prozent weit übersteigt. Als kleinen Trost merkte er an, dass dieser Wert an anderen Schulen auch nicht viel besser sei.

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1,0 für Maren Baars

Vize-Landrätin Uta Elb übernahm die angenehme Aufgabe, die besten Schüler des Jahrgangs auszuzeichnen. Die „Bronze-Medaille“ teilten sich Jule Kreja und Theresa Tesch (beide 1,4). Platz zwei ging an Wendy Hardt (1,3), während Maren Baars mit der Traumnote 1,0 ganz vorne lag. „Sie hat den Jackpot gewonnen“, kommentierte Schulleiter Laske das Ergebnis.

Im Namen des Gymnasium-Fördervereins ehrte Dr. Jürgen Schlegel eine ganze Reihe von Schülern, die sich besonders für das Gemeinschaftsleben an der Schule eingesetzt haben. „Es zählt nicht nur die Leistung“, sagte er, „sondern auch das soziale Engagement.“ Das hatten die Geehrten unter anderem durch ihre Mitarbeit in den Schulgremien, in der Schülerförderung, im Sanitätsdienst, in der Mensa und bei der Aktion „Abi bis aufs Blut“ bewiesen.

Für herausragende Leistungen in Physik wurde Jan Kampen ausgezeichnet. Im Fach Latein bekam Maximilian Knorrek eine Auszeichnung. In Französisch waren Selina Block, Sabrina Pargmann und Emily Saunders die Jahrgangsbesten.

Vize-Landrätin Uta Elb rief die Abiturienten dazu auf, „mit aufrechtem Gang und nicht mit gebücktem Rücken“ durch das Leben zu gehen. Gerade in den Krisenzeiten sei es wichtig, sich am politischen und sozialen Geschehen zu beteiligen und Missstände anzuprangern.

Bürgermeister Hans Francksen appellierte auch zur Übernahme von Verantwortung. Dabei sei nicht der Leistungsgedanke entscheidend. „Wissen ist nicht alles“, sagte der Bürgermeister, „es gehört auch Herzensbildung dazu.“

Ohne erhobenen Zeigefinger

Als Abiturredner hatten sich die Schüler den Lehrer Sebastian Wegner gewünscht. Er skizzierte humorvoll seinen Berufsstand und gab den Schulabgängern ohne erhobenen Zeigefinger seine ganz persönlichen Lebensratschläge mit auf den Weg. „Mit der Schulzeit geht eine Geschichte für Sie zu Ende“, sagte er, „aber Sie werden erst mit einigem Abstand sagen können, ob sie gut oder schlecht war.“

Als Vertreter des Schulelternrates ergriffen Hella Oeltjen-Bitter und Michaela Schwarting das Wort. Das Musikprogramm gestalteten die Streicherklasse des Gymnasiums, die fünfköpfige Abi-Band und ein Abituriententrio, das sich aus Anne Ahlers (Klavier), Nina Callies (Querflöte) und Lars-Erik Meyer (Gitarre) zusammensetzte.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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