Nordenham /Kayseri Zufälle gibt es. Da bestellen sich die Schüler aus der Türkisch-AG des Nordenhamer Gymnasiums mitten in Istanbul ein Taxi. Und dann werden sie von einem Mann gefahren, der schon oft in Nordenham war, um dort seine Angehörigen zu besuchen.

Istanbul, die Metropole am Bosporus, stand auf dem Reiseprogramm der Gymnasiasten, die jetzt für eine Woche ihre Partnerschule in der Türkei besucht haben. Die befindet sich in Kayseri – ebenfalls eine Millionen-Stadt, die weit abseits der touristischen Zentren liegt, die Badeurlauber bevorzugt ansteuern, wenn sie in die Türkei fliegen. Mitten in Anatolien, umgeben von Bergen, die im Winter gerne zum Skifahren genutzt werden, erlebten acht Schüler aus den Klassen acht bis zehn und die Lehrer Daniel Winterhoff und Anika Hülsmann, was türkische Gastfreundschaft bedeutet.

Große Gastfreundschaft

„Meine Gastmutter hat mich schon fast als eigene Tochter angesehen“, beschreibt Bele Wegner ihre Erlebnisse in der Familie. Und ihre Mitschüler haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Sie beschreiben ihre Gastgeber als „überfürsorglich und „fast schon übertrieben gastfreundlich“.

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Die klimatischen Bedingungen waren für die Jugendlichen gewöhnungsbedürftig. Während in Nordenham der Herbstwind das Laub über die Straßen fegt, gab es in Kayseri Sonne satt und Temperaturen um 35 Grad, wie Rauschan Kloz berichtet. „Trotzdem sind dort alle mit langen Hosen unterwegs,“ erzählt Jonna Freese. Für die Nordenhamer Schüler war es allerdings kein Problem, kurze Beinkleider zu tragen. Nur von allzu freizügiger Textilwahl wurde ihnen abgeraten.

Die Verständigung zwischen den Schülern klappte ganz gut – meistens auf englisch. Wenn es Probleme gab, half Dilal Dogan. Die 14-jährige Nordenhamerin hat Türkisch als Muttersprache. Kein Wunder, dass sie oft als Übersetzerin zum Einsatz kam.

In den Familien wurde viel über Politik gesprochen. Und oft ging es dabei um Flüchtlinge. Nach den Worten von Bele Wegner leben zurzeit sehr viele Flüchtlinge aus Syrien in Kayseri.

Ferien verlängert

Die Gymnasiasten bekamen zwar ihre Partnerschule zu sehen. Aber am Unterricht teilnehmen, so wie es ursprünglich geplant war, konnten sie nicht. Der Grund dafür war, dass das türkische Kultusministerium für bestimmte Jahrgänge kurzerhand die Sommerferien um zwei Wochen verlängert hatte. Ein weiteres Problem war, dass wegen des Opferfestes viele sehenswerte Einrichtungen in Kayseri geschlossen waren.

Es gab dennoch viel zu sehen, zum Beispiel bei einer Rundfahrt durch Kappadokien, bei der die Schüler unter anderem ein Höhlenkloster und eine Töpferei besuchten und natürlich die eindrucksvolle Gebirgslandschaft bestaunten. Richtig gut gefallen hat Torge Borchardt, der einzige Junge in der Gruppe, die Fahrt auf dem Bosporus.

Mit ihrer Reise nach Kayseri erwiderten die Nordenhamer Schüler einen Besuch der Türken, die im Juni am Nordenhamer Gymnasium zu Gast waren. Ines Becker, die am Gymnasium den Austausch mit den Partnerschulen koordiniert, freut sich, dass die Jugendlichen solche Erfahrungen machen können. Sie weist darauf hin, dass solche Reisen ohne Unterstützung kaum möglich wären. Für den Austausch mit den türkischen Schülern gab es Unterstützung von der Nordenhamer Zinkhütte, von der Kulturstiftung Nordenham und vom Förderverein des Gymnasiums.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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