RODENKIRCHEN Wer bestimmt, was Gewalt ist, und wo fängt sie an? Diesen Fragen gehen zurzeit Siebtklässler des Hauptschulzweigs der Haupt- und Realschule Rodenkirchen sowie Schüler der Kooperationsklasse an zwei Tagen im Jugendzentrum Rodenkirchen nach. Ziel des Präventionsprojektes „Wir sind stark“ ist es, die Gemeinschaft, das Vertrauen in die Gruppe, Zivilcourage sowie Anti-Gewalt-Strategien zu fördern.

21 Mädchen und Jungen sitzen im Kreis und legen abwechselnd Karten mit Aufdrucken wie „Ein Schüler spuckt im Treppenhaus auf jemanden herab“, „Ein Schüler verbrennt ein Buch“, „Computerspiele“, „Im Kaufhaus eine CD klauen“ oder „Das Foto einer anderen ins Internet stellen“ neben eine Skala von 0 (keine Gewalt) bis 100 (Gewalt). Danach können die Schüler die Wertigkeiten noch einmal korrigieren. Die Karte „Ein Mädchen wird aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen“ wandet dabei auf der Gewaltskala immer weiter nach unten und liegt zum Schluss im mittleren Bereich bei 60.

Mehrere Formen von Gewalt

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Diesen Prozess hält Edwin Krüger den Schülern vor. Jeder habe eine andere Auffassung von Gewalt, stellt der Präventionsbeauftragte des Polizeikommissariats Nordenham fest, und konfrontiert die Siebtklässler mit den unterschiedlichen Formen der Gewalt. Dazu zählten auch die verbale Gewalt und das Mobbing, merkt er an. „Damit es nicht so weit kommt, müssen untereinander Regeln geschaffen werden“, sagt Edwin Krüger. Die Opfer sollten den Mut haben, ihren Peinigern selbstbewusst entgegenzutreten und deutlich „Stopp“ zu sagen.

Wie es sich anfühlt, von anderen ausgegrenzt zu werden, schildern drei Schüler in der Runde. „Es tut weh, wenn man von allen gehasst wird“, sagt ein Mädchen. Das sei Mist, merkt ein Schüler an. „Ich wurde gemobbt, als ich neu in die Klasse kam. Das ist ein blödes Gefühl, es tut weh“, erzählt ein dritter Schüler.

Das Projekt, das erstmals in Bayern stattfand, wird jetzt in der Polizeiinspektion Cuxhaven/Wesermarsch angeboten und von Sozialpädagogen unterstützt. Es sei im Rahmen des Bildungsnetzwerks (BiNe) Wesermarsch vorgestellt worden, sagt die Sozialpädagogin der Rodenkircher Schule, Gunda Rozema. Die Klassengemeinschaft durch Übungen zu fördern und zu stärken, sei ein weiterer Aspekt des Projekts. Die Schüler sollten auch lernen, gemeinsam Probleme zu lösen und den Schwachen beizustehen.

Auftakt in Rodenkirchen

„Wir sind stark“ soll in den Landkreisen Cuxhaven und Wesermarsch in den 7. Klassen umgesetzt werden. Das Projekt wird jeweils vom Klassenlehrer begleitet. Ein Präventionsbeauftragter der Polizei und ein Sozialpädagoge, die beide speziell für das Projekt geschult wurden, sind mit dem Thema befasst. Nächste Stationen sind in Jade und in Nordenham.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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