Ovelgönne „So, die erste Runde ist geschafft.“ Lukas, Drittklässler der Grundschule Ovelgönne, steht auf dem Schulhof vor dem Anschreibe-Tisch und passt ganz genau auf, dass seine Laufleistung auch korrekt angestrichen wird. 157 Schülerinnen und Schüler sind an diesem Vormittag auf den Beinen. Unter dem Motto „500 Jahre Ovelgönne – 500 Kilometer“ beteiligen sie sich am Sponsorenlauf. Der Erlös soll zur Erweiterung der Kletterburg auf dem Schulhof genutzt werden.

„Eigentlich wollten wir 500-Meter-Runden auf dem Sportplatz drehen. Doch der Rasen ist zu nass. Wir nutzen jetzt die Strecke rund um die Schule“, sagt Grundschullehrer Bernhard Uebachs. Er hatte dem Kollegium nach den Sommerferien die Idee zum Sponsorenlauf vorgestellt. „Wir wollten zum Burgdorf-Jubiläum auch etwas beitragen“, sagt er, als er mich beim Start begrüßt.

Der Sponsorenlauf hat mich auf die Idee gebracht, die Redakteursstube zu verlassen und den Morgen mit einem Lauf für einen guten Zweck zu verbinden. Das Kollegium der Grundschule unterstützt mich durch die Bank mit je 10 Cent pro 500-Meter–Runde – und Ude Havekost, geschäftsführender Inhaber des Ovelgönner Modehauses, hat mir gar fünf Euro pro Runde zugesagt. Er weiß, dass ich untrainiert ins Rennen gehe und sich sein unternehmerisches Risiko in Grenzen hält. 100 Euro hat er bereits der Schule gestiftet.

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Runde in drei Minuten

Um Punkt 10 Uhr gehe ich mit Laufschuhen und in Trainingshose an den Start. Der Kreislauf kommt nur langsam in Schwung, nach wenigen hundert Metern schmerzt die Lunge. Vor der neuen Turnhalle werde ich von einigen Erstklässlern überholt, die sich umdrehen und mich fragen, ob nicht nicht schneller laufen könne. Nach gut drei Minuten sind die ersten 500 Meter geschafft. Ich starte für die Klasse 1a – und meine „Klassenlehrerin“ Cornelia Heinrich feuert mich nach der ersten Runde geschickt an. „Gar nicht so schlecht für meinen ältesten Schüler“, sagt sie und kreuzt die erste Runde auf dem Lauf-Bogen an.

Wie ein Dieselmotor

Inzwischen hat sich mein Kreislauf stabilisiert. Ich vermeide Sprints und laufe untertourig wie ein sparsamer Dieselmotor. Weil noch ein anstrengender Arbeitstag vor mir steht und ich die Lehrerinnen und Lehrer nicht in den Ruin treiben möchte, höre ich nach zehn Runden auf. Genau 30 Minuten, 30 Sekunden habe ich dafür gebraucht.

Das schönste Geschenk danach bekomme ich von Hausmeister Uwe Meyer. Er schließt mir die neue Sporthalle auf und ich darf in der Schiedsrichterkabine duschen – einfach herrlich.


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Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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