NORDENHAM Bei den Schülern, aber auch bei vielen Eltern waren die Sorgen groß, als das Land Niedersachsen das Turbo-Abitur einführte und den Doppeljahrgang 2011 zum Experimentier-Objekt bestimmte. Doch die Befürchtung, dass die verkürzte Schulzeit zu schlechteren Noten im Reifezeugnis führen könnte, erwies sich zumindest am Gymnasium Nordenham als unbegründet. Bei der Verabschiedung der Abiturienten am Sonnabend betonte Schulleiter Klaus-Dieter Laske, dass von einer Überforderung nicht die Rede sein könne. Er begründete diese Einschätzung mit einem Notenvergleich, der kaum Unterschiede zwischen den beiden Jahrgängen aufzeigte.

Minimale Abweichung

In der Statistik des Schulleiters kommen die 92 Abiturienten, die 13 Jahre zur Schule gegangen sind, auf eine Durchschnittsnote von 2,70. Ihre 51 Mitschüler mit einer um ein Jahr kürzeren Laufbahn brachten es auf einen Wert von 2,76. „Bei dieser minimalen Abweichung kann man bestimmt nicht von einer Benachteiligung des Zwölfer-Jahrgangs sprechen“, sagte Klaus-Dieter Laske.

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Auch die gesunkene Durchfallerquote von 11 Prozent im vergangenen Jahr auf jetzt 4,7 Prozent spreche dafür, dass die Anforderungen trotz der verkürzten Schulzeit nicht zu hoch gewesen seien.

Allerdings verheimlichte der Direktor nicht, dass das historische Doppel-Abitur sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer eine „Ochsentour“ gewesen sei. Organisatorisch und zeitlich habe das Kollegium die erhebliche Mehrarbeit aber gut gemeistert. Er rechnete vor, dass 600 Abiturklausuren korrigiert werden mussten, die sich auf 9900 handbeschriebene Seiten verteilten. Nach diesem Stress könnten sich die Lehrer dem Feiermotto des Doppeljahrgangs nur anschließen. Es lautet: „Abi Rouge – Raus aus dem Rotstiftmilieu.“

Landrat Michael Höbrink bescheinigte den Schulabgängern, dass sie stolz auf das Erreichte sein können. In seiner Ansprache setzte er sich kritisch mit dem wachsenden Leistungs- und Erwartungsdruck in der Schule auseinander. Jungen Menschen bleibe da kaum noch Zeit für eigene Entdeckungen.

Gestiegene Anforderungen

Auch der Lehrer Frank Stroman, der auf Wunsch der Schüler die Abiturrede hielt, ging auf die gestiegenen Anforderungen durch die Reformen im Bildungssystem ein. „Freiheit und Muße“ müssten immer mehr zurückstecken. Umso mehr seien daher die Leistungen der Abiturienten zu würdigen. Frank Stroman zollte ihnen „ehrlichen Respekt und Hochachtung“.

Landrat Michael Höbrink zeichnete die drei besten Schüler des Abi-Jahrgangs aus. Dabei handelt es sich um Lia Wührmann (Notendurchschnitt 1,1), Frederic Müller (1,2) und Tristan Wegner (1,5).

Eine besondere Erwähnung gab es auch für Sabrina Geil, Maximilian Schmid, Julian Strzoda und Dennis Tosun, die in ihrer Schulzeit ein vorbildliches soziales Engagement gezeigt hatten.

Als 2. Vorsitzender des Gymnasium-Fördervereins gab Dr. Jürgen Schlegel den Abiturienten die besten Zukunftswünsche mit auf den Weg. Der Schulelternrat, für den Rainer Willms sprach, hatte ein besonderes Abschiedsgeschenk vorbereitet: Jeder Abiturient bekam eine mit Cent-Stücken gefüllte Finanzspritze überreicht.

Im Namen des Jahrgangs bedankten sich Lia Wührmann und Tristan Wegner bei den Lehrern und den Eltern. Die Oberstufenzeit sei nicht immer leicht gewesen. „Aber als doppelter Jahrgang haben wir auch den doppelten Zusammenhalt“, sagte Tristan Wegner.

Mit der Ballade „Behind blue Eyes“ sorgte die Abi-Band für einen schönen Ausklang der Abschiedsfeier. Bei den Abitones musizierten Marit Mathiszig, Merle Markwart, Julian Strzoda, Tim Sauerbier, Tristan Wegner und Dennis Tosun mit.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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