Rodenkirchen Wenn nicht schnell gegengesteuert wird, droht an der Oberschule eine schmerzhafte Verringerung der Sozialarbeit. Mit Beginn des neuen Schuljahres könnte Gunda Rozemas Stundenzahl von 24 auf 14 nahezu halbiert werden.

Eskalation droht

Das wollen Lehrer und Eltern nicht hinnehmen. Weil die Zeit knapp wird, setzen die Eltern auch im Interesse ihrer Kinder auf öffentlichen Druck. „Sollte die Schulpädagogin nicht weiter an fünf Wochentagen, sondern nur noch an zwei Tagen in der Woche für die Oberschule tätig sein, werden viele Probleme nicht mehr erkannt werden können“, schreibt die Elternratsvorsitzende Hannelore Bohlken in einem Brandbrief an die NWZ . „Wenn aber ein Problem nicht erkannt wird und man nicht daran arbeitet, dann verfestigt sich dieses, so dass es im schlimmsten Fall auch eskaliert.“

Die Eltern schätzten die Schulsozialarbeit sehr, schreibt Hannelore Bohlken weiter: „Denn ein Jugendlicher geht nicht unbedingt in eine Erziehungsberatungsstelle – aber zum Schulpädagogen.“ So erkenne die Sozialpädagogin Gunda Rozema Mobbing, Gewalt im Elternhaus oder Suchtkrankheiten frühzeitig. Sie beschäftige sich mit Lernschwierigkeiten, Bulimie (Ess-Brech-Sucht) oder selbstverletzendem Verhalten. Neben Einzelberatung gehe Gunda Rozema auch für Sozial- oder Konflikttraining in Klassen oder begleite Theaterprojekte, ergänzt der Schulleiter Jürgen Janssen.

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Er hat sich schon auf mehreren Ebenen um eine Lösung des Problems bemüht – bislang ohne Erfolg. So hat er im Mai auf dem offiziellen Dienstweg – also über die Landesschulbehörden Oldenburg und Osnabrück – einen Brief an das Kultusministerium geschickt, aber bisher noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten.

Zudem hat Jürgen Janssen an die drei Landtagsabgeordneten geschrieben. Ina Korter (Grüne) sei gekommen. Björn Thümler (CDU) und Horst Kortlang (FDP) hätten brieflich ihre Unterstützung zugesagt, aber keine Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Seit dem Jahr 2000

Im Jahr 2000 führte die damalige Hauptschule die Sozialarbeit ein – von Anfang an mit Gunda Rozema. Grundlage war das Programm „Qualifizierung der Hauptschule“ der damaligen SPD-Landesregierung. Das Land übernahm die Kosten in Höhe von 25 000 Euro, aber der Kreis ist Arbeitgeber. Als die Mittel zum Teil ausliefen, floss Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung. Statt der befürchteten Kürzung auf 14 Stunden gab es eine Ausweitung auf 24 Stunden.

Andererseits ist aus der Hauptschule inzwischen eine Oberschule mit der freifachen Schülerzahl geworden, die auch Ganztagsbetreuung anbietet. Jetzt droht erneut eine Kürzung auf 14 Wochenstunden.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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