Elsfleth Wo bekommen Kinder und Jugendliche Hilfe, wenn es ihnen nicht gut geht? Wenn sie Probleme in der Schule haben, vielleicht gemobbt werden, sie Fragen zur Sexualität haben, sie Drogen nehmen oder Ärger im Elternhaus haben? Die Probleme können vielfältiger Natur sein. Ebenso vielfältig sind die Hilfsangebote, die es gibt. Wie groß die Bandbreite ist, zeigte sich jetzt beim Präventionsmarkt in der Oberschule in Elsfleth.

19 Einrichtungen und Vereine aus der Wesermarsch und aus Oldenburg stellten sich dort den Jungen und Mädchen vor. Sie alle vermittelten die Botschaft: Wir sind für Euch da, wenn etwas aus dem Ruder läuft.

Initiiert wurde der Präventionsmarkt vom Arbeitskreis Schulsozialarbeit in der Wesermarsch und in Elsfleth organisiert von Annika Hübner, seit acht Jahren Schulsozialarbeiterin an der Oberschule. Sie weiß, dass die Hemmschwellen bei Schülern, Hilfe zu suchen, groß sind: „Deshalb freue ich mich, dass hier heute alle gut ins Gespräch gekommen sind.“ Die jüngeren Schüler seien neugierig und offen an die verschiedenen Themen herangegangen. „Was mache ich denn, wenn ich ein Mädchen bin, aber lieber ein Junge sein will?“, sei zum Beispiel beim Oldenburger Verein „Be Different“ gefragt worden. Die älteren Schüler seien verhaltener vorgegangen, manch einer habe aber auch noch ein zweites Mal an einem Stand das Gespräch besucht, berichtet Annika Hübner.

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Häufig ist sie selbst aber als Schulsozialarbeiterin die erste Ansprechpartnerin, wenn es ein Problem gibt. Sie vermittelt dann passende Hilfsangebote, braut Brücken zu Einrichtungen, bezieht die Eltern ein: „Es fällt manchen Schülern leichter, sich erst an mich zu wenden. Vielleicht auch, weil ich der Schweigepflicht unterliege. Und es ist räumlich hier in der Wesermarsch schwieriger, weil es nicht überall direkt vor Ort Angebote gibt.“

Aus ihrem Alltag an der Elsflether Oberschule berichtet Annika Hübner, dass Mobbing natürlich ein Thema sei, sich die Probleme „aber in Grenzen halten“. Problematisch finde sie das Geschehen in WhatsApp-Gruppen der Schüler: „Das ist der wahre Albtraum.“ Streitereien unter einzelnen Schülern würden sich darin hochschaukeln, so dass schnell ein ganzer Klassenverband mitmische. „Die Kinder verlernen, Konflikte normal von Angesicht zu Angesicht zu regeln“, erläutert Annika Hübner gegenüber der NWZ. Der Umgang mit Sozialen Medien und Nachrichtendiensten sei deshalb auch in Gesprächen mit Eltern immer wieder Thema.

Sinn des Präventionsmarktes an der Oberschule sei es, einen Ausschnitt der Hilfsangebote aufzuzeigen, aber auch, für Themen und Probleme zu sensibilisieren: „Die Schüler sollen hingucken: Was ist mit meinem Mitschüler los? Sie sollen aufeinander aufpassen“, so die Schulsozialarbeiterin weiter.

Schulleiter Jochen Wessels fand, dass die kleine Messe schon ein voller Erfolg sei, „wenn wird auch nur einen einzigen Schüler erreicht haben.“

Und die Schirmherrin der Veranstaltung, Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs, machte deutlich: „Es ist keine Schande, Hilfe zu benötigen. Jeder kann in eine Situation kommen, der man nicht gewachsen ist. Auch Hilfe anzunehmen, muss man lernen.“

Anja Biewald Redakteurin / Lokalredaktion
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