Einswarden Gewalt geht weit über das Körperliche hinaus: Diese Erkenntnis wollte der Ortsverband Nordenham des Deutschen Kinderschutzbundes bei einem Aktionstag am Dienstag Kindern und vor allem natürlich Eltern näher bringen. Auch Vernachlässigung und mangelnde Unterstützung seien Formen von Gewalt. „Es gibt verschiedene Ausprägungen. Ein Kind zu ignorieren, ist auch eine schlimme Form“, sagte Anne Allmers, 1. Vorsitzende des Ortsverbands Nordenham.

Enge Kooperation

Der Tag der gewaltfreien Erziehung, der seit 2004 in Deutschland begangen wird, soll daran erinnern, dass die Gesellschaft die Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern trägt. Der Kinderschutzbund mit dem Kinderhaus Einswarden kooperiert eng mit der Grundschule Einswarden. Dort fanden gerade zwei Projekttage zum Thema Respekt und zum richtigen Umgang miteinander statt. „Da haben wir uns zum Tag der gewaltfreien Erziehung eingeklinkt“, erzählte Anne Allmers.

Mit dabei hatte der Kinderschutzbund den Spieleanhänger des Präventionsrates der Stadt Nordenham, den die Einswarder Kinder für eine „bewegte Pause“ nutzen konnten. Die darin enthaltenen Spielgeräte fanden großen Anklang bei den Mädchen und Jungen.

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Für die Eltern hatten Anne Allmers sowie Christine Sassen-Schreiber als Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes und Svenja Faehse als Leiterin des offenen Bereichs im Kinderhaus Einswarden eine kleine Rallye vorbereitet, bei der sie erfahren konnten, welche Arten von Gewalt es gibt.

Kinder würden es oft schon als sehr schlimm empfinden, wenn die Eltern laut werden und sie anschreien, berichtete Svenja Faehse. Kinder hätten zudem ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, ergänzte Anne Allmers. Wenn sie das Gefühl hätten, ungerecht behandelt zu werden, würden sie sich oft sehr schlecht fühlen.

Umso wichtiger sei es, dass sich Eltern Zeit für Gespräche mit ihren Kindern nehmen und sich ihre Bedürfnisse anhören. „Man muss Kinder ernstnehmen, denn es lohnt sich zuzuhören“, sagte Anne Allmers.

Austausch mit anderen

Natürlich müssten Kinder auch lernen, dass ihr Handeln Konsequenzen habe. „Sie müssen lernen, ihr eigenes Verhalten einzuschätzen, so wie es Erwachsene auch tun“, sagte Anne Allmers. Doch ihr Handeln dürfe nicht mit willkürlichen Maßnahmen bestraft werden.

Deshalb bietet das Kinderhaus Einswarden immer wieder Beratungskurse an. Oft helfe schon der Austausch mit anderen Eltern, die meist ähnliche Situationen mit ihren Kindern durchleben, wissen Anne Allmers und Svenja Faehse. Auch Einzelberatungen, die selbstverständlich vertraulich behandelt werden, können mit dem Team des Kinderhauses vereinbart werden. Der Aktionstag sollte deshalb auch dazu dienen, das Team des Kinderschutzbundes einfach einmal kennenzulernen. Mehr Informationen gibt es im Kinderhaus Einswarden (Telefon  207847).

Am Nachmittag ging das Programm im Kinderhaus weiter. Dort waren Kinderreporter im Einsatz, um zu erfahren, wie viel Kinder und Eltern eigentlich über die Rechte junger Menschen wissen. Denn Kinder würden oft nicht für voll genommen. „Heute können sie schon im Kindergarten Englisch lernen, warum sollen sie dann in diesen Alter nicht auch schon etwas über ihre Rechte lernen?“, gab Svenja Faehse zu bedenken.

Spielerisch konnten die Kinder etwas über ihre Rechte erfahren, zum Beispiel in einem Pantomime-Quiz oder beim Malen ihrer „Lieblingsrechte“, während die Eltern bei Kaffee und Kuchen untereinander und mit dem Team des Kinderschutzbundes ins Gespräch kommen konnten.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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