Abbehausen Natürlich wird auch ein wenig Wehmut im Spiel sein, wenn der Förderverein der Hauptschule Abbehausen am kommenden Freitag bei einer Feier im Butjadinger Tor Abschied nimmt. Abschied von einer Schule, mit der viele ehemalige Schüler prägende Erinnerungen verbinden, die für viele Lehrer berufliche Heimat war oder noch ist. Mit dem letzten Schultag vor den Sommerferien stellt die Hauptschule Abbehausen ihren Betrieb ein.

Schulabschlussfeier

EIne Schulabschlussfeier für geladene Gäste findet am Freitag, 3. Juli, ab 18 Uhr in der Gaststätte Butjadinger Tor statt. Dazu erwartet der Förderverein neben dem aktuellen Kollegium unter anderem auch ehemalige Lehrer, Hausmeister, Schulsekretärinnen und Schulassistenten der vergangenen 30 Jahre.

Wie die NWZ  berichtete, werden drei Klassen der Jahrgänge neun und zehn nach den Sommerferien in einem Verbund mit der Oberschule I im Stadtzentrum unterrichtet. Der Schulstandort wird aufgelöst, weil das Gebäude für eine Schülerzahl von etwa 50 dann zu groß und vor allem zu kostspielig ist.

Schule in Abbehausen gab es seit der Mitte des 17. Jahrhunderts. Das schreibt Wolfgang Manninga in seiner Chronik. Er hat 41 Jahre an der Hauptschule Abbehausen unterrichtet, bevor er 2011 in den Ruhestand wechselte. Die ersten Gebäude, in denen die Schule untergebracht war, gibt es heute nicht mehr. Das erste Schulhaus stand an der Stelle des späteren Schulleiterhauses, das heute privat bewohnt wird. Das zweite stand dort, wo sich heute der Buswendeplatz befindet – direkt an der Butjadinger Straße. Es wurde 1902 erbaut.

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Das Gebäude, das heute den größten Teil der Grundschule beherbergt, wurde 1936 eingeweiht. Braune Unformen, nationale Gesänge und ein Flaggenmeer prägten diese Feier. 1952 wurde dieser Bau erweitert. Die drei Gebäude aus den Jahren 1902, 1936 und 1952 dienten den ersten bis neunten Klassen als Bildungsstätte. „Auch die damals noch erlaubte körperliche Züchtigung schaffte es nicht, bildungsunwillige Schüler bildungswillig zu machen“, schreibt Wolfgang Manninga.

Neubau seit 1969

Die ersten Planungen, die Schule zu erweitern, begannen 1962. Sie lagen schon fix und fertig in der Schublade, als bekannt wurde, dass die Schulbehörde auch die Schüler ab der fünfte Klasse aus den umliegenden Gemeinden Esenshamm, Seefeld und später auch Stollhamm in Abbehausen zu beschulen. Abbehausen sollte Mittelpunktschule werden. „Der kleinen gemütlichen Dorfschule wurde endgültig ,Ade’ gesagt.“ Und war ursprünglich mit Baukosten von 428 000 Euro geplant worden, so stieg diese Summe auf 2,5 Millionen Euro. Die Baukosten mussten sich alle vier beteiligten Gemeinden teilen. 1968 wurde der Neubau errichtet und 1969 eingeweiht. Dieses Gebäude beherbergt bis heute die Hauptschule Abbehausen. In der Anfangszeit wurden hier rund 700 Schüler unterrichtet.

In den 70er-Jahren war der Lehrermangel ein großes Problem – auch in Abbehausen. Die durchschnittliche Klassenstärke lag damals bei 32 Schülern. Viele Lehrer wollten nicht in die Wesermarsch und schon gar nicht nach Nordenham. Später kehrte sich dieser Trend um. Viele ausgebildete Lehrer bekamen keinen Arbeitsplatz und mussten sich nach einem anderen Job umsehen.

Die Gebietsreform 1974 führte dazu, dass die Schüler aus Seefeld und Kleinensiel fortan in Rodenkirchen und die Schüler aus Stollhamm in Tossens unterrichtet wurden. Dafür fiel der Stadtsüden Nordenhams als neuer Einzugsbereich an Abbehausen. „Die stillen Landkinder gingen, die lebhaften Stadtkinder kamen“, schreibt Wolfgang Manninga in seiner Chronik. Die Mittelpunktschule firmierte nun als Grund- und Hauptschule. Außerdem wurde für die Fünft- und Sechstklässler die Orientierungsstufe eingeführt. Positiv bewertet Wolfgang Manninga die Einrichtung des freiwilligen zehnten Schuljahres.

Sporthalle seit 1979

1979 wurde die seit langem benötigte Sporthalle in Betrieb genommen. 1983 wurden Grund- und Hauptschule organisatorisch getrennt. Die Grundschulen verblieben in der Trägerschaft der Kommunen, die Hauptschulen übernahm der Landkreis. 1986 fiel an der Hauptschule der Sonnabend-Unterricht weg. 1999 wurde die Orientierungsstufe aufgelöst. Die Hauptschule Abbehausen bekam die fünften und sechsten Klassen zurück.

Die Schülerzahl wuchs – aber nur vorübergehend. Auch die Einführung der Ganztagsschule konnte nicht verhindern, dass die Schülerzahlen wieder schrumpften. Und diese Entwicklung hat sich bis heute fortgesetzt.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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