Schwei Nicht jeder weiß, was eine Metamorphose ist. Doch die Kinder in der Integrativen Tagesstätte Lüttje Lüü können es erklären, denn sie erleben jeden Tag mit, wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Gerade jetzt verpuppen sich die Tiere.

Die Erzieherinnen haben die Raupen in England bestellt und halten sie in Gläsern. Seit sie in Schwei eingetroffen sind, haben die Kinder noch einen Grund mehr, sich auf den Tag im Kindergarten zu freuen.

Auch die Kinder selbst verändern sich in der Einrichtung: vom Kleinkind zum Schüler. Genau das macht auch das Selbstverständnis der Tagesstätte aus; sie nennt sich „ein Haus für alle Kinder von der Krippe bis zum Hort.“ Der Schwerpunkt liegt auf der Inklusion, denn Schwei ist der einzige integrative Kindergarten in Stadland. Kinder mit Beeinträchtigungen nehmen an allen Angeboten teil.

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„Integration hat Tradition bei uns“, sagt Miriam Mogwitz, die im vergangenen Jahr die Leitung übernommen hat. Schon unter der langjährigen Leitung von Heike Woltmann-Mehrens hat sich der Kindergarten in diese Richtung entwickelt. Deshalb brauchten die Erzieherinnen auch nicht lange zu überlegen, als sie sich im Zuge des Qualitätsmanagements auf einen Schwerpunkt festlegen mussten.

Unter Qualität versteht das Schweier Team den Einklang von Veränderungs- und Gesprächsbereitschaft, sagt der stellvertretende Leiter Radek Michalski, der hauptsächlich den in der Schule untergebrachten Hort leitet und morgens in der Krippe aushilft.

„Eltern zufrieden“

Noch immer ist es ungewöhnlich, dass ein Mann in einer Kindertagesstätte arbeitet. Radek Michalski ist 2007 als Praktikant nach Schwei gekommen und seit der Eröffnung des 2010 fest im Team. „Es ist alles größer geworden in den vergangenen Jahren“, resümiert er. „Vor 10 Jahren gab es hier keine Krippe, keinen Hort und keine Nachmittagsgruppe. Aber die Ansprüche der Eltern haben sich geändert, und das müssen wir bei unserer Arbeit berücksichtigen. Die Rückmeldungen zeigen, dass die Eltern mit uns zufrieden sind.“

Die Kindertagesstätte beteiligt sich als einzige Einrichtung in Stadland am bundesweiten Projekt „Haus der kleinen Forscher“. Zweimal in der Woche stürmen die Kinder das Labor in der benachbarten alten Turnhalle und forschen zu Themen wie Wasser und Magnetismus.

Doch auch die nähere Umgebung nehmen sie – im Wortsinn – unter die Lupe. Sie halten Regenwürmer in einem Glaskasten und beobachten, wie die Erdbewohner Gänge buddeln. In einem alten Aquarium betrachten sie Pflanzen und kleine Tiere.

Für Stadland ungewöhnlich sind auch die offenen Funktionsräume. Hier können die Kindergartenkinder überwiegend eigenständig ihrem Spiel-, Bewegungs- und Forscherinteresse nachgehen. In der Lernwerkstatt können sie zum Beispiel mit Bausteinen gestalten, während sich im Atelier zwei Schwerpunkte herausgebildet haben: ein Mal- und Klebebereich mit Staffeleien und eine Werkstatt mit zwei Werkbänken, an denen die Kinder mit Holz arbeiten können.

Die Krippe zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch Kinder mit Förderbedarf aufnehmen kann; heilpädagogische Fachkräfte stehen bereit. Am Ende ihrer Kindergartenzeit sollen sie nach Möglichkeit zu einer Regelschule wechseln. Die Vorbereitung auf den Unterricht findet seit Jahren in der Kita selbst statt, nicht in der Schule.

In der Schule ist aber der Hort untergebracht, in dem derzeit nur 12 der 20 Plätze belegt sind. Jedes Kind darf sich seinen Arbeitsplatz selbst einrichten, Meike Sommer hilft bei den Hausaufgaben. „Letztlich bleiben aber die Eltern verantwortlich“, betont Radek Michalski. Aktuelles Projekt ist die Kristallzucht.

Mehrgenerationenhaus

Trotz der guten Zusammenarbeit mit der Schule wünscht sich Miriam Mogwitz, dass der Hort in den Kindergarten zurückkehrt. Die Möglichkeit bestünde, wenn die alte Turnhalle abgerissen und durch einen Neubau ersetzt würde. Von den beiden Neubau-Varianten bevorzugen die Beschäftigten das Mehrgenerationenhaus, weil es mehr Möglichkeiten für jung und alt bietet.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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