Berne /Lemwerder Fertig mit der Schule, und was dann? Nicht jeder Jugendliche hat schon einen fertigen Plan in der Tasche. Ein Jahr Zeit zur Orientierung ist da keine schlechte Idee. Die Möglichkeit dazu bietet das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder der Bundesfreiwilligendienst (BFD).

In Lemwerder arbeiten seit Jahren junge Leute in verschiedenen Einrichtungen mit – nun werden wieder Stellen frei. „Man lernt die Arbeitswelt kennen und hat ein Jahr Zeit, sich zu überlegen, was man eigentlich möchte“, erklärt Dieter Seidel, Leiter der Begegnungsstätte Lemwerder

Auch in der Kommunalen Kindertagesstätte (Kita) sind regelmäßig FSJler eingesetzt. „Wenn die Jugendlichen interessiert sind, können sie hier unheimlich viel mitnehmen“, weiß Leiterin Rita Naujoks. „Das FSJ ist eine Zwischenstufe zwischen Elternhaus und Arbeitswelt.“

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Das findet auch Leo Farwick vom Jugendtreff der Gemeinde wichtig. In seiner Einrichtung kann man im Bundesfreiwilligendienst arbeiten. „Die Jugendlichen haben nach der Schule keine Ahnung von der Arbeitswelt. Es ist eine Möglichkeit zu lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.“

Regelmäßige kostenfreie Schulungen und Seminare der Freiwilligenorganisationen helfen den FSJlern und „Buftis“ bei der Orientierung für die richtige Berufswahl und bieten einen Erfahrungsaustausch. Es gibt außerdem ein Taschengeld (320 beziehungsweise 372,50 Euro), das Kindergeld wird weiter gezahlt, das Jahr wird als Wartezeit für den NC an Universitäten anerkannt und es gibt 25 Tage Urlaub.

Bewerbungen für das FSJ nimmt das LKJ Niedersachsen (www.lkjnds.de) entgegen und beim Bundesfreiwilligendienst direkt die Einrichtungen.

Linus Schürmann (19) kommt aus BerneBILD: Liebscher

„Ich mache mein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kita Lemwerder. Letztes Jahr habe ich Abi gemacht, und dann war der Druck da, was ich studieren soll. Bevor man anfängt, und man ist sich nicht sicher, wollte ich das FSJ als Orientierungsphase nutzen. Ich habe mich bei der Diakonie in Oldenburg beworben. Ich wusste schon, dass ich hier in die Kita möchte, sie ist für mich gut zu erreichen. Die Arbeit hier macht mir viel Spaß und ich finde sie abwechslungsreich, weil ich mal in der Kita und mal im Hort eingesetzt werde. Bis zum August bin ich noch hier, dann werde ich in Richtung Bauingenieurswesen studieren.“

Kevin Wolter (20) aus Lemwerder. Bild: Liebscher

„Ich war mir nach dem Abi nicht sicher, in welche Richtung ich gehen will und welches das richtige Studium für mich ist. Bei den Firmen, wo ich mich vorgestellt habe, war erst ein Jahr später etwas frei. Um diese Zeit zu überbrücken, habe ich mich für das FSJ in der Begu Lemwerder entschieden. Ich habe mich hier beworben, und es hat geklappt. Hier in der Begu betreue ich die integrativen Theatergruppen und die Kinderzirkusgruppen. Außerdem helfe ich bei Veranstaltungen, zum Beispiel mit Aufbau und Technik. Ich habe hier nicht nur das gelernt, was ich erwartet habe. Zum Beispiel kann ich jetzt besser auf Menschen zugehen. Und vor der Arbeit mit den integrativen Theatergruppen hatte ich sogar Angst, die Erfahrung hat mich persönlich weitergebracht. Ich bin jetzt noch bis Juli hier und beginne dann ein duales Studium.“

Hendrik Wilk (19) aus Lemwerder.Foto: Liebscher

„Ich mache mein Bundesfreiwillenjahr im Jugendtreff Lemwerder. Darauf gekommen bin ich durch unseren Jugendpfleger – ich war nämlich selbst oft als Besucher hier. Ich hatte an der BBS 1 ein Jahr Industriekaufmann gelernt, das war aber nicht das Richtige. Die Arbeit hier im Jugendtreff hat mir ein Jahr Zeit gegeben, mich neu zu orientieren. Der Druck war weg und man hat keine Lücke im Lebenslauf. Ich habe hier die Kinder und Jugendlichen mit betreut, Kochabende und Fußballturniere mit dem Jugendpfleger organisiert oder Ausflüge. Ich habe hier viel Hilfe bekommen – nun werde ich demnächst die Fachoberschule Technik besuchen und die Klassen 11 und 12 absolvieren.“


     www.bundes-freiwilligendienst.de 
Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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