EINSWARDEN Insgesamt 19 von 34 Zehntklässlern der Hauptschule Am Luisenhof haben 2009 einen Ausbildungsplatz ergattert. Das ist eine gute Bilanz – zumal erfahrungsgemäß jeder dritte Zehntklässler keine Lehrstelle sucht, sondern zunächst an den Berufsbildenden Schulen seine Voraussetzungen verbessern will. Selbstverständlich kommt das gute Ergebnis nicht von ungefähr.

Zu verdanken ist es der Vertieften Berufsorientierung, mit der Haupt- und Realschule Am Luisenhof ihren Zehntklässlern den bestmöglichen Start in den neuen Lebensabschnitt ermöglichen wollen. Wie der Hauptschul-Leiter Wilfried Batschat sagt, ist die Finanzierung dieses Angebots in seinem Bereich aber nur noch für dieses Jahr gesichert. Deshalb wirbt er bei Politik und Arbeitsagentur dafür, dass die Mittel weiter fließen.

Konkurrenz für Realschüler

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Die Hauptschule leistet einen Eigenanteil von 26 000 Euro – durch den Verzicht auf eine halbe Sozialarbeiterstelle Die gleiche Summe kommt noch einmal von der Arbeitsagentur. Die Realschule muss sich mit weniger Geld begnügen und bekommt es auch nur, weil ihr Sachleistungen wie Lehrerstunden angerechnet werden.

Auch für die Realschule ist die Berufsorientierung von elementarer Bedeutung, wie deren Leiter Wolfgang Battenberg betont: „Unsere Schüler bekommen Konkurrenz von Gymnasiasten, die nach der zehnten Klasse abgehen oder nach dem Abitur nicht studieren wollen, aber auch von Hauptschülern, die besser auf die Berufswahl vorbereitet worden sind.“

Das Programm läuft seit Herbst 2008 und versucht in einer Vielzahl von Modulen die Schüler erstens an den richtigen Beruf heranzuführen und sie zweitens bestmöglich auf den beinharten Wettbewerb um die Lehrstellen vorzubereiten.

Diese Vorbereitung beginnt in den achten Klassen mit einer Stärken-Schwächen-Analyse des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW). Das Ergebnis wird jedem Schüler in einem halbstündigen Gespräch mitgeteilt, an dem auch die Eltern teilnehmen sollen. Dann kümmern sich die Achtklässler selbst um ein Schnupperpraktikum in einer geeigneten Branche.

Ein Höhepunkt ist das zweitägige Kompaktseminar für Neuntklässler im Kardinal-von-Galen-Haus in Stapelfeld (Kreis Cloppenburg), wo die Schüler ihre „Marke Ich“ herausarbeiten, Gesprächsführung lernen und Vorstellungsgespräche führen – und zwar vor Personalchefs aus ganz Weser-Ems. „Unsere Schüler haben nur einmal die Chance, die Stelle zu bekommen, die sie sich wirklich wünschen“, macht Wilfried Batschat den Ernst der Lage deutlich. „Deshalb sind sie nervös, und die Firma stellt sie nicht ein, sondern einen anderen, der sich besser verkauft, aber nicht besser für die Stelle geeignet ist.“

Tadellos gekleidet?

Mehrere Betriebspraktika und der Einsatz der Berufsschul-Berater Guido Micheel und Klaus Niggemann kommen hinzu. Außerdem gibt es für Neunt- und Zehntklässler Projekte mit den Firmen Premium Aerotec, Xstrata, Weser-Metall, Kronos Titan, ATB und Barghorn.

Auch um die persönlichen Seiten der Ausbildungsfähigkeit kümmert sich auf 400-Euro-Basis die Berufseinstiegsbegleiterin Birgit Plümer: Wie komme ich pünktlich zum Vorstellungsgespräch? Bin ich tadellos gekleidet?

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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