Rodenkirchen Auf die Frage nach seinem Lieblingsfach stutzt der Schüler Erik von Reeken kurz. Dann strahlt der 16-Jährige: „Das Praktikum ist mein Lieblingsfach“. Ab 1. August ist das Lieblingsfach sein Beruf: Er hat einen Ausbildungsvertrag als Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau (GaLa-Bau) unterschrieben.

Sein Ausbildungsbetrieb ist „Ibbeken Garten & Landschaft“ in Berne. Auch Erik wohnt in Berne. Dennoch besucht er die Oberschule Rodenkirchen. Denn Erik war schulmüde, er hatte kein Lieblingsfach. Am liebsten machte er das, was er schon als kleiner Junge zu Hause gemacht hatte: Gartenarbeit. Dabei nahm er seinem Vater Edzard schon mal den Baumschnitt ab.

Wie ausgewechselt

Erik besucht in Rodenkirchen die Praxisklassen des Projekts Vertiefte Berufsorientierung und Berufsstartbegleitung (VBoB). Es bietet jede Woche drei jeweils sechsstündige Schultage und zwei Tage Praktikum im Betrieb. Das tut nicht nur ihm gut, wie der Berufsstartbegleiter Jörg Nass sagt: „In den Unternehmen sind die Schüler wie ausgewechselt.“

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Auch der 25-jährige Jungunternehmer Sebastian Ibbeken ist von Erik ganz begeistert. In seinem Ein-Mann-Betrieb hat er den Jungen ständig an seiner Seite gehabt und ihn als motiviert und zuverlässig kennengelernt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie Sebastian Ibbeken betont: Jeder zweite Jugendliche werde nach der Probezeit unzuverlässig. Das wird er mit Erik nicht erleben, ist auch Jörg Nass überzeugt: „Keiner kann sich zwei Jahre lang verstellen.“

In vier Wochen muss Erik noch die Prüfungen zum Hauptschulabschluss bestehen, nur dann gilt der Ausbildungsvertrag, über den er sich so freut. Für Erik wird das kein Problem sein, ist sein Klassenlehrer Carsten Freels überzeugt.

Sechs Lehrverträge

Bei anderen Schülern ist er sich nicht so sicher. Von den zwölf Schülern, die im August 2013 in Klasse 8V gestartet waren, sind noch neun aktiv. Sechs haben einen Ausbildungsvertrag unterschrieben – als Zimmerer, Dachdecker, Anlagenmechaniker, Kfz-Mechatroniker und Versicherungsfachmann. Das ist die schlechteste Quote seit Jahren. Aber diese Klasse habe auch vielfältige schulische und private Probleme gehabt, sagt Carsten Freels.

Für Erik ist die Schule bald Vergangenheit. Dann verdient er 640 Euro im ersten Lehrjahr, 840 im zweiten und 1000 im dritten. Nicht schlecht für einen, der in der Schule kein Lieblingsfach hat.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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