Nordenham Begeistert war Maik Buhr nicht gerade, als sein Vater ihm verkündete, dass die Familie nach Nordenham umzieht. Da war Maik Buhr acht Jahre alt und fühlte sich in seiner Geburtsstadt Quakenbrück pudelwohl. Inzwischen ist der Abschiedsschmerz längst vergessen und die Heimatfrage eindeutig geklärt: „Nordenham ist mein Zuhause“, sagt der Gymnasiallehrer. Die starke Verbundenheit zur Unterweserstadt ist auch ein entscheidender Antrieb für ihn gewesen, sich politisch zu engagieren und für den Stadtrat zu kandidieren. Dass er gleich 768 Stimmen erhielt und damit das drittbeste Ergebnis aller SPD-Bewerber erzielte, kam für Maik Buhr aber doch etwas überraschend. „Da hatte ich wirklich nicht mit gerechnet“, sagt der 37-Jährige, der bei den Nordenhamer Sozialdemokraten zu den jungen Hoffnungsträgern zählt.

Der Umzug von Quakenbrück nach Nordenham hing damit zusammen, dass Maik Buhrs Vater hier die Stelle des Bezirksschornsteinfegers antrat. Die Familie wohnte in der Hansingstraße. „Ich war ein Innenstadtkind“, erzählt Maik Buhr. Er besuchte zunächst die Grundschule und die Orientierungsstufe Süd, wechselte dann zum Gymnasium. 1998 hatte Maik Buhr das Abi in der Tasche. Es folgten der Zivildienst bei der CVJM-Tagesbetreuung in Einswarden und das Lehramtsstudium in Oldenburg.

„Dass ich Lehrer werden wollte, stand für mich schon lange fest“, sagt er. Maik Buhr entschied sich für die Fächer Biologie und Chemie. Bei seinem Referendariat in Leer wurde ihm schnell bewusst, dass ein Pendlerleben nichts für ihn ist. Zu der Zeit wohnte er noch in Oldenburg,

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

2006 trat Maik Buhr seine erste Lehrerstelle an der Lessingschule in Bremerhaven an. Weil das schon fast eine Rückkehr in seine Heimatstadt Nordenham war, entschloss er sich, auf dieser Weserseite eine Wohnung zu nehmen. Dafür bot sich Blexen an, zumal sich dort der Anleger der Weserfähre befindet. Aus diesen praktischen Überlegungen heraus entwickelte sich eine regelrechte Begeisterung für den Stadtteil. „In Blexen fühlen wir uns richtig wohl“, sagt der zweifache Familienvater, „da wurden wir sehr gut aufgenommen.“ Besonders schätzt er an Blexen das muntere Vereinsleben und den Zusammenhalt im Dorf. Daher hat es nicht lange gedauert, bis Maik Buhr selbst ehrenamtliche Aufgaben in Blexen übernahm: im Bürgerverein, im Grundschulelternrat und im Arbeitskreis Dorferneuerung.

2011 wurde Nordenham auch seine berufliche Heimat, als er eine Lehrerstelle am Gymnasium bekam. Dort unterrichtet er nicht nur, sondern ist zudem als Logistik-Chef für die Einteilung der Stundenpläne zuständig.

Politisch interessiert war Maik Buhr schon immer. „Politik ist mein Hobby“, sagt der 37-Jährige, der sonst in seiner Freizeit gerne liest. Mit 17 schloss er sich den Jusos in Nordenham an; seit 1998 ist er Mitglied der SPD.

Während des Studiums zog Maik Buhr sich aus der Parteiarbeit zurück. Letztlich war es die Diskussion um den Erhalt des Grundschulstandorts in Blexen, die ihn dazu veranlasste, wieder aktiv in der Politik mitzumachen. „Anstatt zu meckern, dass der Stadtrat nicht den Querschnitt der Bevölkerung abbildet und es an jungen Leuten fehlt, bin ich selbst angetreten“, sagt Maik Buhr.

Er weiß, dass sein gutes Wahlergebnis auch mit hohen Erwartungen verbunden ist. Maik Buhr gehört im Stadtrat den Ausschüssen für Jugend und Bildung, Finanzen und Umwelt an. Zudem hat er im SPD-Fraktionsvorstand den Schriftführerposten übernommen und ist der Sprecher für Finanzpolitik.

Maik Buhr macht kein Geheimnis daraus, dass er sich als Ratsherr besonders für Blexen und die Lebensqualität in dem Dorf einsetzen will. „Es stimmt, dass Industrieansiedlungen Arbeitsplätze bedeuten“, sagt Maik Buhr, „aber es dürfen dabei nicht die Bedürfnisse der Bewohner vergessen werden.“ Grundsätzlich sollte in der politischen Arbeit das strategische Denken mehr Gewicht bekommen: „Man muss immer das große Ganze im Blick haben.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.