„Frühe Förderung statt Ausgrenzung“, Ð -Ausgabe vom 24. September

Die Berichterstattung über das Regionale Integrationskonzept gibt leider den Anschein, dass die Integration von lernschwachen Kindern in den Nordenhamer Grundschulen gelungen ist. Man hat dem Ganzen nur einen anderen Namen gegeben.

Erst werden Förderstunden in den Grundschulen von der Landesregierung gestrichen, um dann mit einem „Regionalen Integrationskonzept“ Furore zu machen. Für mich bleibt es dabei: Den betroffenen Kinder ist genauso wenig geholfen wie vorher.

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Von den beantragten Förderstunden sind nur rund ein Viertel überhaupt genehmigt worden. Das bedeutet, dass nur die Kinder in den 1. und 2. Klassen profitieren können. Das ist reine Flickschusterei. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Was ist mit den Kindern in den 3. und 4. Klassen? Sind sie es nicht wert? Was kann man mit 2 Förderstunden pro Klasse und Woche anfangen? (...)

Für mich sieht gelungene Integration in Schulen anders aus. Denn man muss Kinder da abholen, wo sie stehen. Dazu bedarf es u.a. eines individuellen Lernkonzeptes. Gelungene Integration ist für mich die selbstverständliche Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in den Schulen vor Ort. Dazu werden seitens der Landesregierung bei weitem zu wenig zusätzliche Förderschulen zur Verfügung gestellt. Die Eltern der betroffenen Kinder bleiben weiterhin allein gelassen wie vorher auch. Es hat sich nichts geändert. (...)

Alle Kinder – ob beeinträchtigt oder nicht – müssen gleichberechtigt unter einem Dach unterrichtet werden. In Italien oder in Schweden besuchen über 80 Prozent der Kinder mit Beeinträchtigungen allgemeine Schulen, in Deutschland hingegen nur 12 Prozent. Und Niedersachsen liegt noch darunter.

Unser Schulsystem ist diskriminierend. Das Aussortieren von Kindern mit Beeinträchtigungen verstößt gegen Artikel 24 der UN-Menschenrechtskonvention. Aber das wird so still und heimlich hingenommen.

Die Rolle rückwärts in der Schulpolitik in Niedersachsen ist falsch. Wir sollten lieber eine Rolle vorwärts machen: hin zu einer selbstverständlichen Integration aller Kinder unter einem Dach mit einer vernünftigen und finanziellen Ausstattung. Aber davon sind wir in Niedersachsen noch weit entfernt.

Uta Elb, Phiesewarden

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