Elsfleth Das geplante Wohnheim für minderjährige Asylsuchende war Thema in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugendpflege, Sport und Schulen sowie Soziales. Ralf Bunten, Geschäftsführer des Caritas-Verbandes, und Rolf Schnieders, Leiter des Kinder- und Jugendhilfebereichs, stellten das Konzept für das Wohnheim vor.

Dieses solle im ehemaligen Arbeiterwohnheim der Elsflether Werft entstehen, teilte Schnieders mit. Dort sollen zwei Gruppen mit je zehn Jugendlichen einziehen. Die Jugendlichen sollen dort 24 Stunden am Tag betreut werden. Die erste Gruppe solle zum 1. Mai einziehen. Die zweite Gruppe solle am 1. Juli folgen. Betreut werden die Jugendlichen von pädagogischen Fachkräften. Zu den „Kernzeiten“, so Schnieders, sei eine „Doppelt- und Dreifachbesetzung“ des Betreuungspersonals vorgesehen.

17 neue Arbeitsplätze

Dadurch würden insgesamt 17 neue Arbeitsplätze in Elsfleth geschaffen. Auch Praktikumsplätze, beispielsweise für Schüler der Berufsfachschule Sozialpädagogik in Elsfleth, wolle die Caritas anbieten. Sie setze auch auf Kooperationen mit Projekten, Betrieben und Institutionen in Elsfleth. Beispielsweise sei die Jade Hochschule mit dem Fachbereich Seefahrt und Logistik bereits international ausgerichtet. „Wir stellen uns vor, mit der Werft und anderen Betrieben zusammenzuarbeiten und so Praktika an die Jugendlichen vermitteln zu können“, sagte Schnieders.

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Jochen Wessels, Schulleiter der Elsflether Oberschule, sagte, dass er sich als Vertreter der Schule nicht mit ins Boot geholt fühle. „20 Jugendliche bedeutet eine weitere Sprachlernklasse. Das ist für uns ein gewaltiger Aufwand“, sagte er. Bürgermeisterin Traute von der Kammer hakte nach, ob die Jugendlichen direkt nach der Ankunft beschult werden müssten, oder ob es eine Übergangszeit gebe.

Petra Czerner, Koordinatorin beim Deutschen Roten Kreuz, die im Publikum saß, berichtete, dass die Jugendlichen, die bereits in Brake betreut werden, derzeit über die KVHS beschult würden. Dies könnte verlängert werden, so dass die Jugendlichen erst nach den Sommerferien in die Elsflether Schulen kämen.

Gleichstellungsbeauftragte Waltraud Ralle-Klein und Mareike Prieß vom Jugendtreff brachten ebenfalls ihre Sorgen zum Ausdruck. Die Jugendlichen würden sicher auch den Jugendtreff in Elsfleth nutzen. Sie seien dort auch willkommen, doch das Personal sei ebenso begrenzt wie dessen Belastbarkeit. „Wenn dort 20 Jugendliche mehr hinkommen, muss man sich auch da etwas überlegen“, sagte Ralle-Klein.

Pädagogischer Auftrag

Der pädagogische Auftrag sowie das Erlernen der Deutschen Sprache hätten für die Caritas oberste Priorität, sagte Schnieders. Den Jugendlichen werde ein Demokratieverständnis sowie die deutsche Kultur, Werte und Normen vermittelt. Auch die Geschlechterrollen und Gleichberechtigung würden den Jugendlichen vermittelt. Durch klare Gruppenstrukturen und Regeln sollen sie Grenzen kennenlernen.

Angelika Fischer, Sozialdezernentin des Landkreises Wesermarsch, informierte über aktuelle Zahlen. Stand 7. April liege die Quote für die Wesermarsch bei insgesamt 69 unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden. Eine Anrechnung auf die allgemeine Flüchtlingsquote der Kommunen sei nicht möglich, sagte Fischer, da dies zwei völlig getrennte Systeme seien.

Bei Ankunft der Jugendlichen sei das Jugendamt für die Inobhutnahme zuständig. Bleiben die Jugendlichen länger als sieben Tage, müsse ein Vormund oder ein Pfleger bestellt werden. Hier wies Fischer darauf hin, dass das Jugendamt noch ehrenamtliche Vormünder suche, die sich bei Interesse an das Jugendamt wenden können.

Zur bedarfsgerechten Unterbringung der Jugendlichen werden auch im Landkreis Wesermarsch die Plätze bei freien Trägern der Jugendhilfe ausgebaut. Darunter falle auch das Vorhaben an der Elsflether Werft mit der Caritas als Träger.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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