Butjadingen Butjadingen ohne Gästeführungen? Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Doch Anfang der 90er Jahre war die Gemeinde, obwohl längst vom Tourismus geprägt, in dieser Hinsicht noch ein weißer Fleck. Es war Professor Wilhelm Niggemann, der auch der Initiator des Museums und späteren Nationalpark-Hauses war, der die Idee aufbrachte, in Butjadingen Gästeführungen anzubieten. Genau 25 Jahre ist es her, dass aus der Idee Realität wurde und die ersten Ehrenamtlichen damit begannen, Gäste ein kleines bisschen schlauer zu machen.

In den Startlöchern

Gudrun Brandt und Elke Evers, die zum Kreis der aktuell 18 Gästeführerinnen und -führer zählen, blättern in einem Fotoalbum und lassen bei einer Tasse Tee die Zeit Revue passieren. Das Bestehen der Gästeführungen ist nicht das einzige 25-jährige Jubiläum in diesem Jahr in Butjadingen. Es ist auch 25 Jahre her, dass das Museum im Fedderwardersieler Hafen zum Nationalpark-Haus ernannt wurde. Das Zusammentreffen der beiden Ereignisse ist kein Zufall. Tatsächlich war es die anstehende Umwandlung des Museums in ein Nationalpark-Haus, die Wilhelm Niggemann zu der Überzeugung kommen ließ, dass nun auch Gästeführungen etabliert werden müssten.

Bereits 1992 absolvierten einige Ehrenamtliche die Ausbildung, so dass 1994 zum Start des Nationalpark-Hauses auch direkt die ersten Gästeführer in den Startlöchern standen. Von Anfang an dabei sind zum Beispiel Annegret Martens, die heute im Museum in die Rolle der Fischerfrau Amalie schlüpft, sowie Renate Knauel und Jan Boecker. Dauerbrenner im Programm sind die Schäferstündchen auf der Deichschäferei Plümer in Feldhausen sowie die Wattführungen mit Teddy Rohde von Fedderwardersiel aus. Großer Beliebtheit erfreute sich auch immer das Angebot „Watt ’n Künstler“, bei dem die Teilnehmer unter der Anleitung der inzwischen verstorbenen Ilse von Häfen mit Schlick und Strandmaterialien Bilder malten.

Die Butjenter Gästeführer, die als Arbeitskreis des Förderkreises des Museums organisiert sind, sind auch außerhalb Butjadingens tätig. Zumindest gilt das für Annegrete Hemken, die Gäste durch die Moorseer Mühle führt und in all den Jahren, in denen sie das tut, alleine auf 35 000 Teilnehmer kommt. Insgesamt sind es nach der Buchführung von Gudrun Brandt und Elke Evers 492 128 Menschen, die dank des Einsatzes der Gästeführer ihr Wissen erweitert und etwas über Land und Leute in Butjadingen gelernt haben.

Eingespieltes Team

Gudrun Brandt hatte sich damals, als sie und ihr Mann die Ferienunterkünfte in der früheren Fedderwardersieler Schule übernommen hatten, entschieden, die Ausbildung zur Gästeführerin zu absolvieren. Ihre Gäste fragten sie ständig, was man in Butjadingen unternehmen könne und was es mit dieser oder jener lokalen Besonderheit auf sich habe. Gudrun Brandt wollte möglichst fundiert Rede und Antwort stehen können. Bei Elke Evers war es der Wunsch, nach der Geburt der Kinder eine neue Aufgabe zu übernehmen.

Beide haben es nicht bereut, Gästeführerin geworden zu sein, auch wenn man bei der eher übersichtlichen Aufwandsentschädigung bei dem Job gewiss nicht reich wird. Den beiden Frauen und auch ihren Kolleginnen und Kollegen, geht es darum, mit Herzblut Auswärtigen Butjadingen näherzubringen, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen und nebenbei auch noch Teil eines gut eingespielten Teams zu sein.

„Wir sind wie eine große Familie“, sagt Gudrun Brandt. Dieser Familie gehört auch gerne noch an, wer den aktiven Dienst bereits quittiert hat. So sind bei den regelmäßigen Zusammenkünften der Gästeführer meist auch Ehemalige dabei. Nicht anders wird es sein, wenn am Montag, 2. September, im Garten des Museums um 18 Uhr ein Sommerfest beginnt.

Vielleicht schauen dann auch Interessenten vorbei, die selber gerne Gästeführer werden möchten. Zuwachs benötigt der Arbeitskreis dringend. Die nächste Grundausbildung bietet die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) vom 10. bis 12. September an.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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