Brake Die Artenvielfalt ist nirgends größer als in den Flüssen. Doch nirgends grassiere das Artensterben schneller als in den Flusssystemen durch den Klimawandel und durch menschliche Eingriffe. Das sei seit Jahren auch an der Unterweser festzustellen, sagt Gert Rosenbohm. „Weil sich das Meiste unter Wasser abspielt, nimmt aber kaum jemand Notiz davon“, merkt der Braker an.

Gert Rosenbohm ist Jahrgang 1947. Er gehört dem 1934 gegründeten Sportfischerverein Brake mit seinen zurzeit 370 Mitgliedern an. Seit mehr als 50 Jahren, so sagt Gert Rosenbohm, sei er für die Ausbildung des Anglernachwuchses zuständig. In all den Jahren habe sich natürlich viel verändert, aber eines sei nicht wegzudenken bei der Ausbildung: „Man muss praktische Erfahrungen sammeln“, betont er. Und so etwas lerne man nicht am Computer. „Wer das erste Mal einen zappelnden Fisch in der Hand hatte, weiß danach um dieses Gefühl“, ergänzt der 1. Vorsitzende Jürgen Renken.

Lange hatte sich der Verein mit seiner theoretischen und praktischen Ausbildung gegenüber den Lehrgangsangeboten im Internet behaupten können. Doch seit zwei bis drei Jahren bemerken sowohl Gert Rosenbohm als auch Jürgen Renken ein nachlassendes Interesse an den Vorbereitungskursen des Sportfischervereins. Dabei ist nach ihren Worten die praktische Ausbildung an frischer Luft in der Natur unerlässlich und ein ganz wichtiger Bestandteil. „Das Erlebnis Fischfang vermitteln wir in den Lehrgängen“, betont Gert Rosenbohm. „Am Computer lässt sich vieles einfach nicht darstellen“, sagen die beiden Experten übereinstimmend.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

vorbereitung auf die Fischerprüfung

Der Sportfischerverein Brake bildet aus. Wer einen Fischereierlaubnisschein erwerben möchte, kann den Vorbereitungskursus auf die Fischerprüfung besuchen, der an diesem Samstag, 11. Januar, um 15 Uhr beginnt. Die Teilnehmer treffen sich im Vereinsheim des Sportfischervereins an der Stedinger Landstraße 67 in Brake (Telefon 04401/71102).

Einen Angelschein, von dem der Volksmund gerne spricht, gibt es nicht. Wer in Deutschland angeln möchte, der benötigt den Fischereierlaubnisschein. Allgemein gilt: ohne Fischerprüfung keinen Fischereischein; ohne Fischereischein keinen Fischereierlaubnisschein; ohne Fischereierlaubnisschein kein Angeln.

Im Vorbereitungskursus werden folgende Themen unterrichtet: allgemeine Fischkunde, Fischarten und ihre Merkmale, Gewässerkunde, Fischrecht und Vereinsrecht, Natur-, Tier- und Umweltschutz sowie Gerätekunde.

Ausgebildet wird in der Wesermarsch. Und somit werden die Petrijünger auch mit den Besonderheiten der Region vertraut gemacht. Die Gewässer der Wesermarsch sind nach ihren Worten speziell. „Die Arten, die sich hier entwickelt haben, sind einzigartig und genetisch verfestigt“, betonen die Angler.

Unter Wasser passiert eine Menge. „Dafür fühlen wir uns verantwortlich“, so Gert Rosenbohm. Und die Vereinsmitglieder unternehmen eine Menge, um die Fischarten, die landschaftstypisch sind, zu erhalten. „Wasser ist unser erstes Anliegen“, betont Jürgen Renken. Der Verein verfügt über 15 Hektar geschlossene Gewässer und über 35 Kilometer an Sieltiefstrecken, an denen geangelt werden kann. In den Seen wurden unter anderem Strauchschlengen und Reisigbündel eingesetzt. Bäume und Sträucher mit ihrem Wurzelwerk, das ins Wasser ragt, würden auf diese Weise nachgebildet und von den Fischen auch als Laichplatz angenommen.

Der Verein bildet nicht nut den eigenen Nachwuchs aus, der Kursus ist für alle offen. Angesprochen ist vor allem auch die Jugend, die man für die Natur begeistern will. 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen hätten noch nie in ihrem Leben ein freilebendes Tier gesehen. Hinzu kommt der Preis: Eine Ausbildung beim Sportfischerverein kostet mit Gebühr 90 Euro, der Computerkursus ist teurer.

Mit welcher Angel, mit welcher Hakengröße, mit welchem Köder wird der gewünschte Fisch gefangen? „Das ist ein Naturerlebnis. Ich muss das lernen und fühlen und auch erfahren, wie ein Fisch riecht“, so Gert Rosenbohm. Der Computer könne den Geruch, die Begegnung mit der Realität, nicht ersetzen.

Anfänger müssten darauf vorbereitet sein. „Häufig haben sie am ersten Faden den Fisch ihres Lebens an der Angel“, so Gert Rosenbohm. Damit dieses Erlebnis nicht im Fiasko endet, sei eine praktische Ausbildung ein sinnvolles Muss.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.