Brake Auf der einen Seite stehen die Verwaltung und die (Grund-)Schulen, auf der anderen Teile der Ratspolitik. Während Bürgermeister Michael Kurz (SPD) bei der Umsetzung des Digitalpaktes in den Braker Schulen keine Eilbedürftigkeit sieht („Wir bereiten das in Ruhe vor, ohne in Hektik zu verfallen“) und von Schulleiter Ralf Gloystein („Ende des Schuljahres stehen die Medienkonzepte“) Unterstützung erfährt, kommt von Hans-Dieter Beck (CDU) Kritik: „Wir müssen sofort beginnen.“ Der internationale Vergleich zeige, dass deutsche Schulen bei der Digitalisierung abgehängt seien. „Die Leitungen liegen an den Schulen. Innen ist aber noch nichts passiert.“

Was das bedeutet, verdeutlichte Wibke Heumann für die Grundschule Golzwarden: „Wir haben dank des Fördervereins iPads, aber das W-Lan geht nicht“, berichtete die Schulleiterin.

Schulen brauchen Zeit

Gloystein, Leiter der Grundschule Boitwarden, wehrte sich im Ausschuss für Schule, Jugend und Kindertagesstätten auch vehement gegen den von Beck in der November-Sitzung schon geäußerten Vorwurf der Untätigkeit: „Die Schulleiter haben sich seit einem Dreivierteljahr regelmäßig mit der Verwaltung getroffen.“ Angesichts vieler offener Fragen hätten die Leitungen der fünf Grundschulen aber beschlossen, dieses Schuljahr auf die Aktualisierung ihrer Medienkonzepte zu verwenden. „Wir wollen das Geld schließlich sinnvoll ausgeben.“ Die Konzepte, die an den Schulen noch von den Gesamtkonferenzen beschlossen werden müssen, sind für die Stadtverwaltung Grundlage für die Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software.

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Die Zukunft wartet nicht

Unklarheit herrscht laut Gloystein vor allem noch bei der Frage nach der Präsentationsform: interaktive Beamer oder doch Active Panels (interaktive Flachbildschirme)? Hingegen scheint die Wahl der Endgeräte schon klar: „Alle Schulen wollen iPads.“

Dem stimmte Elternvertreter Bernd Wulf zu: „Die Eltern wünschen sich zumindest einen iPad-Klassensatz. Aber auch er glaubt: „Die Infrastruktur kann man vorziehen.“ Andernfalls könnten die Ausschreibungen und Arbeiten frühestens in den Sommerferien erfolgen. „Da verlieren wir nochmal Zeit.“

Laut Claus Plachetka, CDU-Ratsherr und IT-Experte, kann die Infrastruktur „völlig unabhängig von Medienkonzepten“ aufgebaut werden. „In jeden Klassenraum gehört ein Netzwerkkabel, dann ist man auch flexibel.“ Das koste vielleicht 50 000 Euro für alle fünf Schulen. Von einer zentralen W-Lan-Ausleuchtung riet er ab. Genau eine solche hätten zwei Systemhäuser vorgeschlagen, konterte Kurz. Und deshalb müsse man erst die mit den Konzepten verbundenen Anforderungen kennen. Klar ist, dass es an den fünf Schulen unterschiedliche Medienkonzepte geben wird, und damit wohl auch unterschiedliche Hard- und Software.

Geld ist da – aber wofür?

Der Stadt stehen aus dem Digitalpakt 262 000 Euro zur Verfügung, die bis 2023 abgerufen werden müssen. Das dürfte für Anschaffungen reichen, nicht aber für mehr: „Wir müssen grundsätzlich davon ausgehen“, antwortete Kurz auf die Frage nach Folgekosten. Diese liegen unter anderem in der Wartung der Geräte, aber auch in monatlichen Zahlungen an die Telekommunikationsdienstleister. Während für das erste Problem an einer Lösung mit dem Landkreis gearbeitet wird, sieht Beck beim zweiten einen anderen Adressaten: „Es ist die verdammte Pflicht der EWE, dafür Sorge zu tragen, die Schulen vernünftig anzubinden“, meinte er zum Unternehmen, das immer noch ein kommunales sei. Und damit sind vor allem auch vernünftige Kosten gemeint. Bisher rechnet die Stadt alleine für die Anschlüsse mit monatlichen Kosten in Höhe von rund 300 bis 500 Euro pro Monat. Rund 14 000 Euro im Jahr könnte die Wartung kosten, wenn sich die Kommunen und Landkreis auf einen zentralen Support einigen.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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