Esenshamm Im Sommer vergangenen Jahres hat die Stadt ihre Grundschule in Esenshamm geschlossen. Von Oktober bis Januar ist das 1950 bis 1951 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Gebäude innen umgebaut worden. Am 4. Februar nahmen Fachärzte hier die ersten Dialyse-Patienten auf.

Die Nierenspezialisten Dr. Sabine Biernat, Manfred Küster und Dr. Stephan Hüls haben insgesamt etwa eine Million Euro investiert in den Kauf der Immobilie von der Stadt Nordenham, in den Umbau und in die Einrichtung einer Gemeinschaftspraxis.

Mit Ambulanz

Die Nephrologen führen bereits seit 2000 eine Dialyse-Praxis im St.-Johannes-Hospital in Varel und seit 2008 eine zweite Praxis in Sande. Zudem haben sie seit Anfang 2012 eine Ambulanz in der Wesermarsch-Klinik in Nordenham angeboten.

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20 Dialyse-Patienten aus Nordenham, Butjadingen und Stadland, die bisher in Varel behandelt wurden, haben nun den kürzeren Weg nach Esenshamm. Im Laufe des Jahres rechnen die Fachärzte in Esenshamm mit insgesamt etwa 30 Dialyse-Patienten.

Die Krankenkassen hatten eine wohnortnähere Versorgung für Patienten in der nördlichen Wesermarsch gewünscht, die bisher nach Bremerhaven, Brake oder Varel fahren mussten. Zudem hatten Hausärzte eine Ambulanz angeregt. In Esenshamm sind nicht nur Dialysebehandlungen möglich, sondern auch von Hausärzten zugewiesene ambulante Behandlungen von Nierenkranken und von Bluthochdruck-Patienten. 200 solcher Patienten erwarten die Ärzte pro Quartal.

Ursprünglich sollte die neue Gemeinschaftspraxis in der im Bau befindlichen neuen Klinik in Esenshamm eingerichtet werden. Doch die Zeit drängte. „Die neue Klinik wird von uns profitieren“, sagt Manfred Küster. Denn dialysebedürftige Patienten müssten nicht in andere Kliniken verlegt werden und er und seine Kollegen würden beratend in der neuen Klinik tätig.

Die Mediziner bekommen zum 1. Juli dieses Jahres Verstärkung: Dr. Stefan Zimmer aus dem Saarland wird in den Gemeinschaftspraxen tätig.

Zurzeit sind in der neuen Einrichtung in Esenshamm drei Fachärzte, acht Dialyse-Pfleger und Schwestern, drei Arzthelferinnen in der Ambulanz und drei Servicekräfte tätig. Um das Gebäude kümmert sich der frühere Schulhausmeister.

Erfahrene Kräfte

Es sei nicht einfach gewesen, Dialyseschwestern zu finden, berichtet Manfred Küster. Neben erfahrenen Kräften aus Varel und Sande seien Krankenschwestern mit Berufserfahrung aus der Wesermarsch für eine Weiterbildung gewonnen worden.

Die Entscheidung, die neue Praxis in der ehemaligen Esenshammer Schule einzurichten, habe sich als richtig erwiesen. „Die Räume werden von den Patienten sehr gut angenommen. Für die ehemalige Schule hat sich eine gute neue Nutzung ergeben.“

Die Erinnerung an die Schulzeit wird wachgehalten: Bilder, die Grundschüler im vergangenen Jahr gemalt hatten, schmücken jetzt Praxisräume. „Es kommen auch Patienten, die hier einmal Schüler waren. Eine Servicekraft ist hier zur Schule gegangen“, berichtet Manfred Küster.

->  Die neue Gemeinschaftspraxis in Esenshamm stellt sich der Öffentlichkeit mit einem Tag der offenen Tür vor: am kommenden Sonnabend, 9. März, von 12 bis 14 Uhr. Dann können alle Interessierten die Praxisräume besichtigen. Es gibt ein kaltes Büfett und Getränke. Eine Glasbläserin aus dem Erzgebirge präsentiert ihre Kunst.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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