Nordenham Kayseri ist eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern, die mitten in Anatolien in der Türkei liegt. Wer sich hier mit dem Fahrrad in den Verkehr wagt, muss schon ein wenig lebensmüde sein. Deshalb macht das auch kaum jemand. Und deshalb ist das Fahrradfahren für die Schüler aus Kayseri, die jetzt eine Woche in Nordenham verbracht haben, eine völlig neue Erfahrung. Und zwar eine sehr schöne. Die kurzen Wege, die Jugendliche in Nordenham haben, gehören zu den Vorteilen einer beschaulichen Kleinstadt, die die türkischen Schüler am meisten zu schätzen gelernt haben.

Junge Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen dem Nordenhamer Gymnasium und der Privatschule in der Türkei ist noch jung. 2013 war erstmals eine türkische Schülergruppe in Nordenham, im vergangenen Jahr gab’s den Gegenbesuch. Jetzt haben erneut acht Neunt- und Zehntklässler aus Kayseri eine spannende Woche in Nordenham erlebt, bevor sie am Montagabend abreisten.

„Wasser, Watt und Schiffe“ – so nennt sich das Projekt, an dem deutsche und türkische Schüler eine Woche lang gemeinsam gearbeitet haben. Und die Praxis spielte dabei eine große Rolle. Zum Programm gehörten unter anderem eine Wattwanderung in Fedderwardersiel, eine Hafenrundfahrt in Hamburg, Grillen am Nordenhamer Strand und ein Besuch im Klimahaus in Bremerhaven.

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Neben dem Programm, das die Schule vorgab, hatten die Schüler auch ausreichend Gelegenheit, deutsches Familienleben kennenzulernen. Die türkischen Schüler haben zwar seit der fünften Klasse Deutsch-Unterricht. Aber die Jugendlichen aus Nordenham und Kayseri stellten schnell fest, dass die Verständigung auf Englisch noch ein bisschen besser klappt. Kein Wunder: Die türkischen Schüler hatten schon im Kindergarten zehn Stunden in der Woche Deutsch-Unterricht.

Mit ihnen ist die Lehrerin Perwin Dogan mit nach Nordenham gekommen. Gemeinsam mit Ines Becker vom Nordenhamer Gymnasium hatte sie das Programm ausgearbeitet. Perwin Dogan hatte sich lange Zeit intensiv um eine deutsche Partnerschule bemüht. Sie ist selbst in Deutschland aufgewachsen, hat hier ihr Abitur gemacht, bevor sie in der Türkei Deutsch als Fremdsprache studiert hat.

Die Schüler aus beiden Ländern haben sich prima verstanden. Miray Mermerkaya zum Beispiel war bei der 15-jährigen Jonna Freese in Abbehausen zu Gast. Besonders beeindruckt war sie von der Natur. Jonna Freese hat zum ersten Mal türkischen Kaffee getrunken. „Mir hat er nicht geschmeckt, aber meine Mutter war ganz begeistert“, erzählte sie.

Erstaunt waren die türkischen Jugendlichen, dass in Deutschland auch die Väter in der Küche stehen und das Essen vorbereiten. Nach den Worten von Perwin Dogan ist es in Kayseri durchaus üblich, dass die Frauen berufstätig sind. Aber dass die Männer in der Küche stehen, sei schon etwas Besonderes.

Umgeben von Bergen

Im September brechen die Nordenhamer Schüler zum Gegenbesuch nach Kayseri auf. Dann lautet das Projektthema „Gebirge, Höhlen und Ochsenkarren“. Kayseri ist umgeben von Bergen. Die Stadt liegt zwar abseits der meisten Touristenrouten. Aber sie hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen, um ein Skigebiet zu erschaffen. Ihren Gegenbesuch in der Türkei wollen die Nordenhamer auch für einen zweitägigen Abstecher nach Istanbul nutzen.

Ines Becker macht kein Geheimnis daraus, dass die Finanzierung der Partnerschaft ohne Sponsoren schwierig wäre. Deshalb freut sich die Lehrerin darüber, dass die Nordenhamer Zinkhütte, die Kulturstiftung Nordenham und der Förderverein des Gymnasiums finanzielle Unterstützung leisten.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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