Nordenham Auf den ersten Blick hat sich wenig verändert: Kurz nach 7 Uhr kauft sich Lennard Schröder sein Pausenbrötchen beim Bäcker und fährt dann zur Schule. Auch Merle Gerdes packt morgens ihre Schultasche. Dabei haben beide im Sommer ihr Abitur am Nordenhamer Gymnasium gemacht. Mit dem zweiten Blick löst sich das Rätsel: Jetzt radeln beide ein Haus weiter und betreten die Oberschule 1 Nordenham. Hier absolvieren sie seit Schuljahresanfang ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

Die Oberschule bietet mittlerweile seit drei Jahren jungen Menschen die Möglichkeit, für ein Jahr den Schulbetrieb aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen und sich als „FSJ-ler“ einzubringen. Das FSJ ist im Fachbereich Sport angesiedelt und wird getragen vom ASC Göttingen. In den Sommerferien waren Merle Gerdes und Lennard Schröder bereits für zwei Wochen im Seminar, um Grundlagen vermittelt zu bekommen und einen Übungsleiterschein zu machen.

Orientierung als Motiv

„Ich will herausfinden, ob ich Lehramt studieren möchte“, beschreibt Merle Gerdes ihre Motivation, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. „Vor allem will ich wissen, ob ich dem Schulalltag standhalten kann.“ Auch Lennard Schröder möchte später eventuell im sozialpädagogischen Bereich arbeiten. „Ich will gucken, wie es ist, mit jungen Menschen zu arbeiten. Für mich ist das FSJ ein Orientierungsjahr.“

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Beide Nordenhamer wurden durch Oberschullehrer Torsten Lange auf die FSJ-Stellen aufmerksam gemacht. Eine Stelle finanziert die Oberschule, die zweite wird durch Mittel der in der OBS integrierten Hauptschule Abbehausen finanziert. Für Merle Gerdes ist die Einrichtung nicht neu: Sie war bis 2012 selbst Schülerin an der Pestalozzistraße. Der Seitenwechsel falle ihr nicht schwer. Schon zu Schulzeiten habe sie sich gut mit den Lehrern verstanden und nach ihrer Schulzeit einen guten Draht behalten. Für Lennard Schröder ist die Schule gänzlich neu. „Die Lehrer haben es mir leicht gemacht, einen Einstieg zu finden“, erklärt der 18-Jährige.

Eine Hauptsorge der beiden vor Beginn ihres FSJ an einer Schule war der geringe Altersunterschied zwischen ihnen und den Schülern. „Aber irgendwie merke ich das schon, dass wir nicht als Schüler wahrgenommen werden,“ sagt Merle Gerdes, und ein bisschen Erleichterung klingt mit. Lennard Schröder will auch lieber nicht von einem „Seitenwechsel“ zwischen der Schüler- und der Lehrerseite sprechen. „Irgendwie stehen wir zwischen Schülern und Lehrern.“

Lehrer entlasten

Und genau diese Position mache den Reiz des FSJ aus. „Wir sind ein bisschen Kummerkasten, wenn persönliche Probleme auftreten,“ erklärt Merle Gerdes. Dann könne sie für den einzelnen Schüler da sein, während der Lehrer weiter den Sportunterricht leite. „Wir entlasten die Lehrer und sind Vertrauenspersonen für die Schüler“, beschreibt Lennard Schröder seine Rolle.

In den nächsten Monaten warten vielfältige Aufgaben auf die beiden: Sie unterstützen Lehrer im Sport- und Schwimmunterricht, reisen mit auf Klassenfahrten, beaufsichtigen den Spiele-Raum in der Pause, leiten die Spiele-Ausgabe für die „bewegte Pause“ auf dem Schulhof und betreuen vorhandene Sport-Arbeitsgemeinschaften im Ganztagsbereich.

Darüber hinaus entwickeln sie Ideen für eigene Sportprojekte mit Schülern. Merle Gerdes plant ein Bubblesoccer-Turnier: Dabei sind die Fußball-Spieler umgeben von einem großem Plastikball und stoßen recht schnell aneinander. „Der Spaß soll im Vordergrund stehen“, sagt die 19-Jährige.

Lennard Schröder möchte den Schülern einige Trendsportarten näher bringen, die er im Seminar kennengelernt hat. Sein Favorit ist „Kinball“, ein Spiel, das nur durch guten Mannschaftsgeist gewonnen werden kann. Gemeinsam verfolgen sie einen großen Wunsch: ein Schwarzlicht-Fußball-Turnier.

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