NORDENHAM Max und Lilli-Marie sitzen konzentriert vor dem Computer. Gemeinsam mit der Logopädin Jutta Diemert lernen sie besser zu sprechen. Früher hätten die Eltern die Schwierigkeiten ihrer Kinder beim Sprechen hinnehmen müssen, doch heute hilft der Sprachheil-Kindergarten.

Seit 30 Jahren gibt es diese Einrichtungen in Niedersachsen, der Sprachheil-Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt (AWo) ist 1992 im früheren Jugendheim eingerichtet worden. Er ist der einzige in der Wesermarsch und bietet 24 Plätze. „Damit können wir den Bedarf decken“, sagt die Leiterin Petra Segebrecht.

Mit dem Taxi

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Die Kinder kommen aus der Region zwischen Tossens und Ovelgönne, alle werden auf Kosten des Landkreises und der Krankenkassen mit dem Taxi gebracht. Für Kinder aus der südlichen Wesermarsch gibt es Sprachheilkindergärten in Oldenburg, Ganderkesee und Delmenhorst.

Fast immer fällt es den Eltern selbst auf, dass ihre Kinder beim Sprechen nicht ganz auf der Höhe sind. Fast alle haben schon einen Logopäden besucht. Wenn sich im ersten Kindergarten-Jahr herausstellt, dass eine Auffälligkeit besteht, wird Anselm Bajus eingeschaltet. Er ist Fachberater für hör- und sprachbehinderte Menschen beim Fachdienst für Gesundheit des Kreises. Anselm Bajus lädt das Kind und seine Eltern zu einem Test ein und schreibt dann einen Bericht, der einen Besuch des Sprachheil-Kindergartens empfehlen kann.

Wie ein Arbeitstag

Der von vielen Fachkräften unterstützte Kampf um besseres Sprechen ist für Kinder sehr anstrengend, Petra Segebrecht vergleicht ihn mit einem Arbeitstag. Deshalb kommen Kinder frühestens mit vier Jahren in den Sprachheil-Kindergarten. Und sie bleiben meistens ein Jahr, bei Bedarf auch anderthalb.

Besonders intensiv sind die ersten sechs Wochen, in denen das Kind spielerisch getestet wird. „Es wird alles rund um Sprache aufgebaut, aber es geht nicht nur um Sprache“, erläutert Petra Segebrecht. Denn die meisten Kinder haben auch andere Auffälligkeiten, etwa Wahrnehmungsstörungen, Bewegungsstörungen oder Probleme in der sozialen und emotionalen Entwicklung.

Deshalb beschäftigt der Kindergarten nicht nur die Logopädinnen Jutta Diemert und Bärbel Kruse und die Sprachheilpädagogin Melanie Tatje-Mengers, sondern auch die Motopädin Ilka Grefenkamp und die Psychologin Karin Grupe. Die Psychologin macht mit den Kindern anhand von Bildern einen Intelligenztest, damit sie bei der Förderung weder über- noch unterfordert werden. Die Motopädin guckt sich an, wie sich das Kind bewegt: Kann es das Gleichgewicht halten? Kann es einen Ball fangen? Hält es den Rücken gerade? Zusammen mit den Erzieherinnen verfassen sie nach sechs Wochen einen Förderplan, der alle fünf Wochen fortgeschrieben wird.

Wer es vor der Einschulung noch Sprachprobleme gibt, kann ein Kind nach Rücksprache mit den Eltern, die in jeden Schritt einbezogen werden, und mit Anselm Bajus die Sprachheil-Klasse der Pestalozzischule in Brake besuchen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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