Nordenham Bei Jan Wolfenstädter ging es ganz schnell. Kaum hatte er sich als Stammzellenspender registrieren lassen, bekam er auch schon Post von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Wenig später ging’s in eine Klinik nach Dresden. Aus dem Beckenkamm ließ sich der Bremerhavener Knochenmark entnehmen, das einem jungen Mädchen das Leben rettete. „Nun habe ich eine Schwester dazugewonnen“, freut sich Jan Wolfenstädter. Sie heißt Tina, ist inzwischen 14 Jahre, geht zur Schule und spielt Fußball.

Doris Ratjen und Ramona Göbel brachten einen Spendenscheck mit, über den sich Julia Matschke von der DKMS und Lehrerin Meike Wassmann (von links) sehr freuten.
Doris Ratjen und Ramona Göbel brachten einen Spendenscheck mit, über den sich Julia Matschke von der DKMS und Lehrerin Meike Wassmann sehr freuten.

Auch Fussel spendet für Typisierungsaktion am Gymnasium

Jede Registrierung kostet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei 40 Euro. Deshalb ist die DKMS auf Spenden angewiesen. Und davon gab es reichlich bei der Typisierungsaktion am Dienstag im Gymnasium. Ramona Göbel und Doris Ratjen vom Kinderkrebshilfeverein Fussel brachten einen Scheck über 2000 Euro mit. Weitere 350 Euro kamen von Schülern, die 2015 ihr Abitur am Gymnasium gemacht hatten. Dabei handelt es sich um Restbeträge aus der damaligen Jahrgangskasse. Mindestens 500 Euro werden aus dem Erlös des Weihnachtsmarktes in die Aktion fließen. Der genaue Betrag steht noch nicht fest. Der Förderverein hat bei der Vorbereitung der Typisierungsaktion ebenfalls wertvolle Hilfe geleistet.

Der 27-Jährige war am Dienstagvormittag im Nordenhamer Gymnasium zu Gast, um den Schülern aus der Oberstufe zu erzählen, wie er zum Stammzellenspender geworden ist. Vor allem aber, um sie ermuntern, selbst Spender zu werden. Die Geschichte von Jan Wolfenstädter, der bei der Marine als Hubschrauber-Mechaniker tätig ist, verfehlte ihre Wirkung nicht. Insgesamt 79 Teilnehmer, darunter fünf Lehrer, ließen sich als Stammzellenspender registrieren. Und darüber war Julia Matschke von der DKMS, die die Aktion im Großen Hörsaal des Gymnasium koordinierte, sehr glücklich.

Mit dem Wattestäbchen

Julia Matschke bekam tatkräftige Unterstützung von insgesamt 13 Schulsanitätern. Sie nahmen die Daten der Spender. Die Teilnehmer mussten mindestens 17 Jahre alt sein und mindestens 50 Kilogramm schwer. Ihr Body Mass Index durfte nicht größer als 40 sein, und sie durften keine chronischen Krankheiten haben. Bis auf ganz wenige Ausnahmen erfüllten alle Schüler und Lehrer diese Kriterien. Anschließend mussten sich die Schüler selbst mit einem Wattestäbchen einen Abstrich der Wangenschleimhaut nehmen. Das war’s. Die DKMS lässt die Gewebemerkmale in einem Labor auswerten. Die registrierten Daten werden für die weltweite Spendersuche zur Verfügung gestellt.

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Jaqueline Harmuth war eine der Teilnehmerinnen. „Das ist eine Chance für kranke Menschen“, sagte sie. Und deshalb war es für sie auch eine Selbstverständlichkeit mitzumachen. Genauso sieht es der 19-Jährige Syrer Ahmad Abdo. „Ich will mit meiner Spende kranken Menschen helfen“, sagte er. Auch der 18-jährige Jannik Reinelt hat gerne teilgenommen: „Schließlich würde ich mich auch über eine Spende freuen, wenn ich selbst an Blutkrebs erkranke.“

Erfolgreiche Aktion

Natürlich freute sich auch Jan Wolfenstädter über die erfolgreiche Aktion. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei hat jetzt 79 weitere potenzielle Lebensretter dazugewonnen. Und vielleicht bekommt ja auch einer von ihnen schon bald Post.


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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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