NORDENHAM Ärzte müssen sich regelmäßig fortbilden. Dazu mussten sie bisher weite Wege in Kauf nehmen – mindestens bis nach Oldenburg. In puncto Fortbildung war die Wesermarsch für Ärzte ein weißer Fleck, weil Anbieter vor dem kleinen Einzugsgebiet und der Randlage zurückschreckten. Doch jetzt bietet eine Organisation Fortbildungen für Ärzte, Pflege-Berufe und pflegende Angehörige an.

Es ist das Nordsee-Netzwerk Gesundheit. Hinter diesem Weiterbildungs-Träger stehen das Vita-Forum, die Wesermarsch-Klinik und der Nordenhamer Ortsverband der Johanniter. Leiterin ist die Diplom-Gerontologin Melanie Philip.

Professionellere Pflege

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Warum schreckt sie nicht vor dem kleinen Einzugsgebiet und der Randlage zurück? „Weil die Pflege professionalisiert werden soll und deshalb vor allem in pflegenden Berufen die Nachfrage nach Fort- und Weiterbildung steigt“, sagt die 30-jährige Oldenburgerin. In ihrer Heimatstadt gibt es schon ein Gesundheits-Netzwerk, von dem sie sich einiges abgeguckt hat.

Zwar sind bei den meisten pflegenden Berufen Fortbildungen nicht vorgeschrieben, aber bald dürften sie verpflichtend sein, sagt Melanie Philip. Und auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen fragt nach Aus- und Weiterbildungsplänen, wenn er Pflegeheime und ambulante Pflegedienste kontrolliert.

Die Wesermarsch-Klinik bringt in das neue Netzwerk einige Dozenten ein, beispielsweise den Anästhesisten Dr. Hagen Behnke und die Hygiene-Beauftragte Petra Sichau.Die Klinik bietet bisher schon interne Schulungen für ihr eigenes Personal an, sagt Sabine Zinn, die Beauftragte für Qualitäts-Management. Zusammen mit Melanie Philip und der Johanniter-Ausbildungsleiterin Christine Lübken-Stoll bildet sie das Leitungs-Team des Netzwerks.

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, gibt das Netzwerk ein Semesterprogramm heraus. Das erste Hochglanz-Heft weist 57 Kurse aus. Die Themen reichen von Palliativmedizin und Organspende über Erste Hilfe am Kind und erfolgreiches Altern bis zu Patientenverfügung und Stressmanagement.

Das Angebot richtet sich vor allem an Angehörige von Pflegeberufen, aber auch an pflegeferne Mitarbeiter in Betrieben des Gesundheitswesens. Das Angebot für Ärzte soll ausgeweitet werden, die übrigen Angebote auch. Sowohl Ärzte als auch Angehörige von Pflegeberufen bekommen Fortbildungspunkte. Kurse für pflegende Angehörige bieten die Johanniter an.

„Yes, we care“

Melanie Philip hat auch Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) organisiert, von denen Mitarbeiter aus kleinen und mittleren Unternehmen des Gesundheitswesens profitieren sollen. Das IWIN-Programm übernimmt bis zu 90 Prozent der Kursus-Kosten, im WOM-Programm sparen die Teilnehmer bis zu 80 Prozent.

Die Kurse im WOM-Programm stehen unter dem beim amerikanischen Präsidenten Barack Obama entliehenen Motto „Yes, we care“ („Ja, wir kümmern uns“). Die pädagogische Leiterin Karolin Zöllner (25) hat es vorbereitet.

Nächster Schritt für das Nordsee-Netzwerk Gesundheit ist die Gründung eines Vereins, die noch für dieses Jahr vorgesehen ist. Der Verein soll eine Plattform des Austausches zwischen Ärzten, Pflegekräften und pflegenden Angehörigen sein, regelmäßige Treffen veranstalten und seinen Mitgliedern vergünstigte Kursus-Gebühren bieten. Mitglieder können Menschen und Unternehmen werden.  

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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