Zell Am Ziller Eine Woche befindet sich Fußball-Bundesligist Werder Bremen nun schon im Trainingslager im Zillertal und das Programm von Trainer Florian Kohfeldt ist dabei so abwechslungsreich wie das Wetter. So tauchten die Spieler am kühlen wie verregneten Dienstag in den Kraftraum ab, während am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein wieder auf dem Grün des Parkstadions in Zell am Ziller gearbeitet wurde.

Nicht immer sind dabei erhellende Erkenntnisse zu gewinnen und so treibt die Medienvertreter natürlich wie jedes Jahr auch diesen Sommer die Frage nach möglichen Zu- oder Abgängen um. Die Fans bemühen dabei gern das Internet-Portal „Transfergerüchte“ – doch wer dort warum auftaucht, ist mitunter nur schwer nachvollziehbar. So sollen Torwart Robin Olsen (AS Rom) und Stürmer Roger Assalé (Young Boys Bern) im Gespräch sein. Am Mittwoch allerdings verlängerte Werder mit Keeper Stefanos Kapino für eine unbestimmte Zeit und Jiri Pavlenka als Nummer eins hatte zuvor erklärt, keinen Wechsel anzustreben.

Lesen Sie auch: Marco Friedl wittert Chance auf Stammplatz

Assalé ist Angreifer und von diesen haben die Grün-Weißen eigentlich reichlich im Kader. Zumal Sportdirektor Frank Baumann erneut einen möglichen Abgang von Martin Harnik dementierte, nachdem der Besuch von dessen Berater Jens Jeremies für diesbezügliche Spekulationen gesorgt hatte. „Es ist normal, dass Berater ihre Spieler im Trainingslager besuchen. Ich habe nicht mit Jens geredet und es hat sich auch nichts daran geändert, dass wir Martin behalten wollen“, sagte Baumann.

Der 43-Jährige ergriff bei dieser Gelegenheit sogleich die Chance, den Transfer von Michael Gregoritsch ins Reich der Fabel zu verweisen. Bei der Personalie des offensiven Mittelfeldspielers vom FC Augsburg sind sich selbst die Werder auf Schritt und Tritt verfolgenden Portale uneinig. „Zehn Millionen Euro Ablösesumme zu stemmen, ist für uns völlig unrealistisch“, erklärte Baumann. Doch was sich wie ein „Nein“ anhört, ist lediglich ein „Stand jetzt“.

Lesen Sie auch: Bartels arbeitet hart für alte Form

Zwar hat Werder durch die Käufe von Niklas Füllkrug und Marco Friedl aktuell ein Transferdefizit von zehn Millionen Euro vorzuweisen, doch Gregoritsch hat sich längst positioniert. Der 25-Jährige möchte zu Werder, sein österreichischer Landsmann Friedl erzählt von fortgeschrittenen Gesprächen. Am Ende wird der Preis fallen, weil der FC Augsburg sich und den Fans keinen unzufriedenen Spieler zumuten kann. Außerdem meinte Werders Geschäftsführer Klaus Filbry: „Wir sind finanziell handlungsfähig. Sonst hätten wir uns nicht um Marko Grujic bemüht.“

Den wollte der FC Liverpool allerdings nur verleihen. Dennoch steht Grujics Absage in direktem Zusammenhang mit Gregoritsch. Kommt dieser an die Weser, dann hätte Baumann nicht nur den Max-Kruse-Abgang abgefedert, sondern zugleich auch die Baustelle „Sechser“ geschlossen. Maximilian Eggestein würde wahrscheinlich eine Position zurückgezogen und zentral defensiv vor der Abwehr agieren.

Lesen Sie auch: Schon 50.000 Ticket-Anfragen für Atlas Delmenhorst gegen Werder

So weit, so gut. Allerdings hatte Baumann im Juni neben Füllkrug und Friedl zwei bis drei Neue angekündigt. Akuter Bedarf besteht in der Abwehr, zumal Theodor Gebre Selassie weiterhin über Kopfschmerzen klagt und das Training am Mittwoch Vormittag frühzeitig abbrach. Für seine Position wäre der bei Borussia Mönchengladbach ins zweite Glied gerückte Michael Lang (28) ebenso zu haben wie als Innenverteidiger der von Stoke City ausgemusterte Österreicher Kevin Wimmer (26). Da beide noch über einen Vertrag verfügen, wäre kurzfristig eine Ausleihe vorstellbar, aufgrund ihres Alters könnten sie jedoch auch längerfristige Lösungen sein. Schließlich enden nach dieser Saison mit Theodor Gebre Selassie (33), Sebastian Langkamp (32) und Niklas Moisander (34) gleich drei Verträge älterer Profis der Viererkette.

Zum Verständnis: Lang und Wimmer sind nur zwei Denkmodelle. Baumann aber droht 2020 in der Abwehr eine Großbaustelle.

Lesen Sie auch: Osako blüht im Trainingslager auf

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.