Bremen Am 22. Februar 2020 traf Werder Bremen auf Borussia Dortmund und verlor mit 0:2. Das Besondere an diesem Spiel war weder die Niederlage noch, dass es in der 1. Fußball-Bundesliga stattgefunden hat. Vielmehr war es die letzte Partie im Weserstadion, bei der 42 100 Fans in der ausverkauften Arena waren.

Warum ist das Spiel am Freitag so besonders?

Mehr als 19 Monate später, die bedingt durch die Coronavirus-Pandemie viele leere Ränge sowie leere Vereinskassen nach sich zogen, darf Werder an diesem Freitag (18.30 Uhr) gegen den 1. FC Heidenheim sein Weserstadion erstmals wieder voll auslasten. Das Spezielle: Es ist die erste Partie im deutschen Profifußball seit dem Ausbruch der Pandemie, die in einem vollen Stadion stattfinden darf. Und das wird – wenn auch nur in der 2. Liga gegen Heidenheim und eingeschränkt durch die 2G-Regel – für Fans und Verein speziell. Deswegen informierten Club-Präsident Hubertus-Hess Grunewald und Sicherheitsbeauftragte Kirsten König am Montag darüber, wie die Bremer planen.

Wird das Weserstadion ausverkauft sein?

Obwohl die Bremer Gesundheitsbehörde die Vollauslastung genehmigt hat, erwartet Werder kein ausverkauftes Haus. „Wir rechnen nicht damit, dass die volle Kapazität ausgeschöpft wird“, sagte Hess-Grunewald. Zum einen habe dies mit dem kurzen zeitlichen Vorlauf zu tun. Zum anderen sei der Termin am Freitagabend speziell auch für die Gäste-Fans von der Schwäbischen Alb schwierig. Ein voller Gäste-Block, der Platz für 4000 Gäste-Anhänger hat, sei nicht zu erwarten.

Was spricht noch gegen ein volles Stadion?

Ein Fragezeichen steht dahinter, wie die Ultras auf die 2G-Regelung, bei der nur Geimpfte und Genesene in das Stadion dürfen und durch die erstmals wieder Stehplätze erlaubt sind, reagieren. Seit Beginn der Pandemie bleibt die aktive Fanszene den Stadien fern. „Es gibt bei den Ultras große Vorbehalte dagegen, dass Eintrittskarten personalisiert werden. Sie wehren sich aber nicht dagegen, dass die Personalisierung zu pandemischen Zwecken stattfindet“, betonte Hess-Grunewald. Man personalisiere nur, um im Fall einer Infektion die Nachverfolgung der Kontakte gewährleisten zu können. Die große Frage sei bei den Ultras, was mit den Daten passiere. „Die Daten bleiben bei Werder. Sie werden nur an das Gesundheitsamt weitergegeben, wenn eine entsprechende Anfrage kommt.“ Bis zum Freitag wolle man mit der Fanszene „die Dinge klären, die im Raum stehen“.

Was ändert sich für Fans?

Mit der Umstellung von 3G auf 2G dürfen keine Negativ-Getesteten Besucher mehr ins Stadion. „Wir werden das beim Einlass genau kontrollieren“, sagte Sicherheitsbeauftragte König. Ausnahmen gelten für Minderjährige, bei denen ein Schüler-Ausweis oder ein negativer tagesaktueller Test ausreicht. Auch Menschen mit medizinischem Attest, die sich nicht impfen lassen können, wird der Zugang gewährt. Die mit der Pandemie eingeführten Wegeführungen vor der Arena fallen weg. An den Zeitfenstern beim Einlass werde indes festgehalten. Am Einlass werde es dennoch 3G-Prüfer geben, die die unter 18-Jährigen sowie die medizinisch-attestierten Ausnahmen kontrollieren. Jeder Dauerkarteninhaber kehre nun auf seinen angestammten Platz im Weserstadion zurück. Die restlichen Tickets werden laut Hess-Grunewald nun erst den Vereinsmitgliedern angeboten und gehen danach „schnellstmöglich“ in den freien Verkauf. Das soll voraussichtlich an diesem Mittwochnachmittag passieren. „Wir hoffen, dass wir auch unter 2G-Bedingungen ein wunderbares Stadionerlebnis haben werden“, sagte Hess-Grunewald: „Etwa 30 000 Fans wären eine erfreuliche Zahl.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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