Bremen Florian Kohfeldt musste das sagen. „Es ist nicht vorbei, wir brauchen noch Punkte. Das war nicht der Klassenerhalt“, warnte der Trainer von Werder Bremen nach dem 2:0 bei Arminia Bielefeld. Die Ruhe, die er dabei ausstrahlte, sagte aber schon einiges aus. „Wir sind in einer sehr guten Ausgangslage“, meinte der 38-Jährige in dem Wissen, dass bei einem Elf-Punkte-Polster auf Relegationsplatz 16 die Gefahr eines Abstieges nur theoretischer Natur ist. 30 Zähler nach 24 Partien, damit hat Werder nun schon nur noch einen Punkt weniger auf dem Konto als in der vergangenen Fast-Abstiegssaison nach 34 Spieltagen. Fünf Gründe, warum Werder den Absprung aus dem Abstiegskampf geschafft hat.

1. Pragmatismus: Als Lehre aus der Vorsaison hat Kohfeldt erkannt, dass es nicht um Schönspielerei oder überhöhte Träume (Stichwort Europapokal) geht, sondern um Resultate. „Ich würde total gerne anderen Fußball spielen, aber als Trainer ist es die höchste Pflicht, eine Mannschaft so einzustellen, dass man Punkte sammelt.“, betonte er noch einmal am späten Mittwochabend in Bielefeld. Auf der Alm stellte sich Werder trotz des nicht sehr furchterregenden Gegners tief in die eigene Hälfte, hatte in der ersten Halbzeit nur rund 30 Prozent Ballbesitz und war nach vorne zunächst gar nicht auf dem Platz. „Es war nicht unser bestes Spiel, aber am Ende hat es für die Punkte gereicht. Darauf kam es an“, beschrieb Ludwig Augustinsson.

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2. Effizienz: Werder macht aus wenig viel – das hatte zuletzt Methode. 43 Prozent Ballbesitz hat das Team im Schnitt in dieser Saison – weniger haben nur Augsburg und Mainz (je 42). Im Umschaltspiel nach Fehlern des Gegners blühten vor allem Joshua Sargent (drei Tore in den letzten drei Spielen) und Milot Rashica (zwei Vorlagen in den letzten drei Spielen) auf. Die Chancenverwertung ist gut. Die Bremer stehen auf Platz 15 der Torschüsse-Tabelle, haben aber 29 Treffer und damit mehr als jedes Team hinter ihnen in der Punkte-Tabelle erzielt.

3. Stabilität: Nur 33 Gegentore hat Werder bisher bekommen – eines weniger als Spitzenreiter Bayern München, der an diesem Samstag (15.30 Uhr) in Bremen gastiert, und zwei weniger als Borussia Dortmund. Zum Vergleich: Nach 24 Spielen in der Vorsaison hatte Werder bereits 53 Gegentore (am Ende 69). Lediglich vier Teams haben in dieser Spielzeit bisher besser verteidigt als die Bremer. Die Dreierkette mit Abwehrchef Ömer Toprak, dem konstanten Milos Veljkovic und dem stark verbesserten Marco Friedl steht extrem stabil.

4. Personallage: In der Vorsaison wurde Werders Verletztenliste von Woche zu Woche länger. Jetzt, in Bielefeld, waren alle Feldspieler fit. Nur Niclas Füllkrug fällt immer wieder aus, alle anderen Leistungsträger sind gesund. Die Folge ist logisch: Werder ist eingespielter und hat bei kleineren Blessuren die Möglichkeit, zu rotieren und die Belastungen besser zu steuern. Felix Agu entlastet zum Beispiel Ludwig Augustinsson auf links. Kevin Möhwald war die gesamte Vorsaison verletzt, belebt nun das Bremer Mittelfeld. Auch in der Offensive hat Kohfeldt so viele gesunde Spieler, dass der bei vielen Fans in Ungnade gefallene Yuya Osako inzwischen gar keine Rolle mehr spielt..

5. Spielglück: „Arminia war einen Tick die bessere Mannschaft, das muss man ehrlich sagen“, gestand Kohfeldt nach dem 2:0 ein und untertrieb dabei mit Blick auf die schwache erste Halbzeit noch. Werder hat in dieser Saison auch jenes Spielglück, dass ihnen in engen Partien in der Vorsaison oft abging.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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