Bremen Frank Baumann soll bei Werder Bremen den Neuaufbau nach dem Erstliga-Abstieg einleiten. Ob der Geschäftsführer aber eine langfristige Zukunft an der Weser hat, ist weiter unklar. Zwar sprach der Aufsichtsrat des neuen Fußball-Zweitligisten Baumann das Vertrauen aus, zugleich wird es im wichtigen Kontrollgremium aber gravierende Veränderungen geben. Aufsichtsratsboss Marco Bode kündigte wie drei weitere Mitglieder des Gremiums an, auf der für den 5. September geplanten Mitgliederversammlung nicht mehr zu kandidieren. Damit verliert der nach dem Abstieg heftig in die Kritik geratene Baumann seine wichtigsten Unterstützer.

Ablöseangebot ist Darmstadt zu niedrig

Erst einmal soll der Ex-Profi aber einen neuen Trainer finden und eine neue Mannschaft aufbauen, mit der der direkte Wiederaufstieg gelingen kann. Dabei musste Baumann nach Informationen des „Kicker“ gleich wieder einen Rückschlag hinnehmen. Laut dem Fachmagazin ist der Wechsel von Wunschtrainer Markus Anfang an die Weser geplatzt. Der Verein war sich nach übereinstimmenden Medienberichten schon mit dem 46-Jährigen einig. Doch sein aktueller Club und künftige Bremer Liga-Rivale SV Darmstadt 98 legte sein Veto ein, weil das Ablöseangebot von Werder von angeblich 200.000 Euro aus Sicht der Hessen zu niedrig sei.

Baumann hatte am Wochenende angekündigt, den neuen Chefcoach zu Beginn dieser Woche präsentieren zu wollen. Bremen hatte sich vor dem letzten Spieltag von Trainer Florian Kohfeldt getrennt. Werder-Legende Thomas Schaaf hatte den ersten Abstieg seit 41 Jahren als Interimscoach in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach (2:4) nicht mehr verhindern können.

„Wir brauchen mannschaftliche Geschlossenheit auf allen Ebenen. Unsere Geschäftsleitung muss intakt und handlungsfähig sein, denn es gilt in dieser Phase wichtige und richtige Entscheidungen zu treffen“, sagte Bode als Noch-Vorsitzender des Aufsichtsrats zu den Personalentscheidungen. Neben Baumann darf auch der für die Finanzen zuständige Klaus Filbry weitermachen.

Bodes Weggang ist eine Zäsur

Bode hatte unmittelbar nach dem Abstieg angekündigt, „jetzt nicht weglaufen“ zu wollen. Allerdings hatte der Europameister von 1996 schon da angedeutet, dass er sich Gedanken über eine weitere Amtszeit machen wolle. Der Abgang von Bode, der als Profi nur für Werder spielte, bedeutet für die Grün-Weißen eine Zäsur. Der 51-Jährige hat das Amt des Aufsichtsratbosses im Herbst sieben Jahre inne. Er hatte im Oktober 2014 die Nachfolge von Willi Lemke angetreten.

„Wir sehen die Zeit für einen geordneten Neuanfang als gekommen. Mit einem neuen Aufsichtsrat, der einen neuen Blick auf die Dinge hat. Und mit neuen Köpfen“, sagte Aufsichtsratmitglied Andreas Hoetzel. Außer ihm und Bode ziehen sich auch Thomas Krohne und Kurt Zech zurück.

Bode-Vorgänger Lemke (74) begrüßte den Schritt. „So wie bisher ging es nicht weiter. Nach dem Abstieg war es angebracht, Konsequenzen zu ziehen. Ein weiteres Mal ,Weiter so!’ wäre nicht zu vermitteln gewesen“, sagte der ehemalige Manager der „Bild“. Er hofft, dass nun mehr Finanz-Kompetenz in das Kontrollgremium einzieht. „Wünschenswert wäre es aber auch, wenn wir für den Neubeginn überregionale Kompetenz, und wenn möglich, auch eine starke Frau gewinnen könnten.“

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