Leverkusen Max Kruse winkte strahlend den feiernden Fans, zu größeren Jubelszenen reichte seine Kraft aber nicht mehr. Der überragende Kapitän hatte Werder Bremen am frühen Sonntagnachmittag mit zwei Toren und einer Vorlage fast im Alleingang zu einem 3:1 (2:0)-Erfolg bei Bayer Leverkusen geführt, nach seiner Energieleistung ließ sich der 30-Jährige aber erst einmal völlig ausgepumpt auf den Rasen fallen.

Als er tief Luft geholt hatte, blieb Kruse trotz seiner Saisontore sieben und acht (13./90.+5) bescheiden. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung“, sagte der Offensivspieler: „In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hatte Leverkusen eine Drangphase. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass wir den entscheidenden Konter setzen können.“

Werder landete mit dem überraschenden Erfolg im Rheinland einen echten „Big Point“ im Kampf um die Europapokal-Plätze: Die in diesem Jahr weiter ungeschlagenen Bremer, für die Milot Rashica (37.) nach Pass von Kruse den zweiten Treffer erzielt hatte, rückten in der Tabelle bis auf drei Punkte an Leverkusen auf Platz sechs heran. Randaspekt: Werder traf in der Fußball-Bundesliga zum 27. Mal in Folge und stellte damit einen Vereinsrekord ein. Zuvor war dies den Bremern nur in der Saison 2004/05 gelungen.

Der stets um Sachlichkeit bemühte Trainer Florian Kohfeldt reagierte für seine Verhältnisse fast schon euphorisch. „In der ersten Halbzeit haben die Jungs das taktisch und fußballerisch überragend umgesetzt. In der zweiten Halbzeit war es der pure Wille. Der Sieg ist verdient und jetzt dürfen die Jungs auch ein bisschen feiern“, meinte der Coach, dessen Team nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Leon Bailey (76.) um den Sieg bangen musste.

Für die Entscheidung sorgte Kruse mit einem letzten Sprint und einem überlegten Abschluss per Lupfer in der Nachspielzeit selbst. „Das letzte Tor macht er sensationell“, lobte Maximilian Eggestein, der zwei Tage nach seiner erstmaligen Nominierung für die Nationalmannschaft eine starke Leistung ablieferte. „Natürlich hat mich das stolz gemacht, vielleicht einen Tick weit noch mehr Selbstvertrauen gegeben“, sagte der 22-Jährige.

Vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften Leverkusener Arena kam in der Bremer Innenverteidigung wie erwartet Marco Friedl als Ersatz des gesperrten Milos Veljkovic zum Einsatz. Verzichten musste Kohfeldt auf Philipp Bargfrede und Routinier Claudio Pizarro (beide Oberschenkelprobleme). Dafür rückten Nuri Sahin und Johannes Eggestein in die Startelf.

Der Jüngere der beiden Eggesteins war auch gleich maßgeblich an der Bremer Führung beteiligt. Nach einer knappen Viertelstunde leitete der 20-Jährige den Ball elegant zu Bruder Maximilian weiter, der bediente mustergültig Kruse, welcher aus spitzen Winkel mit links traf. Aus einer kompakten Defensive heraus kontrollierte Werder die Partie, setzte mit überfallartigen Kontern immer wieder Nadelstiche. Erst nach einer halben Stunde kamen die offensivstarken Leverkusener zu ihren ersten Torchancen, diese verdienten jedoch gleich das Prädikat „Hochkaräter“. Bailey besaß die große Chance zum Ausgleich, Friedl blockte den Ball über das Tor (32.), Kevin Volland köpfte ganz knapp daneben (35.).

Zwei Minuten später jubelten stattdessen die Bremer, als Rashica einen sehenswerten Gegenstoß zum 2:0 abschloss. Im zweiten Durchgang erhöhte Bayer immer mehr den Druck, nach Baileys sehenswertem Freistoßtreffer konnte sich Werder kaum noch befreien – bis Kruse das Zittern beendete.

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Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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