Leverkusen /Bremen Für Arnd Zeigler hat sich am der Besuch in der Leverkusener Arena gelohnt. Der Stadionsprecher von Werder Bremen und Moderator der WDR-Show „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ konnte für seine Sendung jede Menge Material sammeln. Beim 2:2 (1:1) seiner Bremer gegen Bayer Leverkusen boten sich gleich drei der vier Treffer für die Auswahl zum „Kacktor des Monats“ an und mit den Erklärungen zu zwei umstrittenen Handspielen ließen sich die 30 Minuten alleine füllen. Dass sich alles zu einem Remis zusammenfügte, fand Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler allerdings ganz und gar nicht witzig: „Wir hatten den Sieg verdient. Wir waren klar besser und hatten etliche Chancen.“

In der Tat – besonders zu Beginn des Spiels sowie in der letzten halben Stunde wurde Werder regelrecht eingeschnürt, doch die 93. Minute hätte dies alles ad absurdum führen können und eigentlich auch müssen. Bei einem Konter wollte Benjamin Goller den Ball von links in die Mitte spielen, Nadiem Amiri rutschte in den Pass und blockte die Kugel in bester Torwartmanier. Der Pfiff jedoch blieb zur Überraschung aller aus und nochmehr verwunderte es, dass sich Schiedsrichter Martin Petersen die Szene noch nicht einmal am Videogerät ansah. Für ihn galt die seit dieser Saison neue Regel, dass es kein Handspiel mehr ist, wenn sich ein Spieler beim Fallen abstützt und der Ball dann Hand oder Arm berührt.

Petersen übersah allerdings den Folge-Passus der Regel. Der besagt, dass die Körperfläche auch in einer solchen Situation nicht unnatürlich vergrößert werden darf. Das war bei Amiri gegeben, weshalb Werder-Trainer Florian Kohfeldt anmerkte: „Das war keine Stützhand, Amiri ist in den Pass hineingerutscht. Ich bin zwar früher kein besonders guter Torwart gewesen, aber so habe ich Bälle gehalten.“ Die DFB-Schiedsrichterführung entkräftete dennoch am Sonntag alle Bremer Proteste. „Das ist die sogenannte Abstützhaltung“, hieß es vom DFB – also erlaubt.

Vielleicht plagte Petersen im Spiel selbst das schlechte Gewissen, hatte er der Werkself doch in der 71. Minute das 3:2 von Alario aberkannt, weil in seiner Entstehung just Amiri der Ball an den Arm gesprungen war. Hier aber lag Petersen klar richtig. Nach neuer Regel ist ein Treffer immer abzuerkennen, wenn das Team zuvor mit Hand oder Arm in Ballbesitz kommt.

„Vergangene Saison hätte es in den zwei Szenen noch Tor und Elfmeter gegeben, nun gelten andere Regeln und davon waren heute beide betroffen“, sagte Völler. Bei den in allen Statistikdaten klar schlechteren Bremern hielt sich angesichts des Spielverlaufs die Kritik in Grenzen. „Ein 3:2 wäre arg glücklich gewesen. Wir haben nach der Führung die Kontrolle verloren und die ersten zehn Minuten waren richtig schlecht“, sagte Kohfeldt. Nach drei Minuten gab es bereits die dritte Ecke, welche ausgerechnet der frühere Leverkusener Ömer Toprak ins eigene Tor bugsierte. „Das war bitter, meine Rückkehr hatte ich mir anders erhofft“, so Toprak.

Werder fing sich dann zunächst, stellte die Partie mit Fernschüssen von Milot Rashica (40.) und Davy Klaassen (48.) auf den Kopf. Dann traf Alario zum 2:2 (58.) und die Partie wurde zur Bremer Abwehrschlacht. Besonders nach Ecken brannte es immer wieder lichterloh. „Standards müssen wir grundsätzlich alle besser verteidigen“, sagte Toprak und Maximilian Eggestein meinte: „Wir trainieren sie ja, aber dass jedes dritte Gegentor trotzdem daraus resultiert, ist zu viel.“

Wo also steht Werder nach einem Viertel der Saison? Das schmeichelhafte 2:2 war das fünfte sieglose Spiel in Folge, allerdings auch das vierte hintereinander ohne Niederlage für die Remis-Könige der Liga. Drei dieser vier Unentschieden wurden dabei in Dortmund, Frankfurt sowie Leverkusen bei Europacup-Startern geholt. „Das ist okay. Unser Problem sind die Spiele gegen Düsseldorf und Hertha. Diesen fünf Punkten laufen wir hinterher“, sagte Eggestein.

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