Frankfurt Eine Woche nach dem bemerkenswerten 2:2 bei Borussia Dortmund hat sich Werder Bremen einen weiteren Punkt bei einem Europapokal-Teilnehmer erkämpft. Zum Abschluss des 7. Spieltages in der Fußball-Bundesliga erarbeiteten sich die Bremer am Sonntagabend ein schmeichelhaftes 2:2 (1:0) bei Eintracht Frankfurt. Davy Klaassen hatte die Gäste zunächst nach 27 Minuten in Führung gebracht, Sebastian Rode für die über weite Teile der Partie überlegenen Hessen ausgeglichen (55.). Andre Silva erzielte das vermeintliche Siegtor für Frankfurt (88.), doch Milot Rashica glich mit einem verwandelten Elfmeter zum 2:2 aus (90.+1).

„In der ersten Halbzeit haben wir noch gut dagegengehalten und haben Chancen gehabt. In der zweiten Halbzeit waren wir viel zu passiv, daran müssen wir arbeiten“, resümierte Werder-Trainer Florian Kohfeldt und sah „einen guten, wichtigen Punkt“.

Kohfeldt hatte einen Tag vor der Partie an seinem 37. Geburtstag erneut einen personellen Rückschlag hinnehmen müssen. Ömer Toprak, der nach seiner Muskelverletzung eigentlich die komplette Woche schmerzfrei trainiert hatte, musste die Abschlusseinheit abbrechen und stand nicht zur Verfügung. Dafür rückte Milos Veljkovic nach seiner Zehenverletzung inklusive Operation erstmals in dieser Saison in der Innenverteidigung in die Startelf. Theodor Gebre Selassie verteidigte rechts hinten, Michael Lang musste auf der Bank Platz nehmen.

Von Beginn an entwickelte sich eine sehr temporeiche Begegnung, in der Werder die erste große Torchance hatte. Leonardo Bittencourt setzte sich auf der rechten Seite durch, spielte einen Rückpass auf Maximilian Eggestein, der aus 16 Metern den linken Torpfosten traf.

Insgesamt hatten die Gäste aber zunächst wenig Ballbesitz – und Mitte der ersten Halbzeit Glück, nicht hinten zu liegen. Erst setzte Frankfurts Gonzalo Paciencia einen Kopfball über das Tor (15.), dann tauchte Daichi Kamada frei vor Werder-Torwart Jiri Pavlenka auf. Der Tscheche lenkte den Abschluss reaktionsschnell, aber auch etwas glücklich an die Torlatte (20.). Nur Sekunden später hätte Frankfurt bei einem Kopfball von Silva in Führung gehen können (21.).

Ein starker Konter mit einem vogelwilden Ende sorgte für die überraschende Bremer Führung. Bittencourt spielte mit einem traumhaften Pass Joshua Sargent frei. Der US-Amerikaner scheiterte alleinstehend an einer Fußabwehr von Frankfurts Frederik Rönnow. Den Abpraller ballerte Bittencourt zunächst an die Torlatte, der Ball kam zurück zu Werders Zugang, der noch einmal draufschoss und erneut nicht traf. Der nächste Abpraller aber landete dann bei Klaassen, der den Abstauber aus wenigen Metern zum 1:0 nutzte.

Durch die Führung schaffte es Werder zunächst, bis zur Halbzeitpause mehr Ruhe in die Partie zu bringen. Chancen gab es auf beiden Seiten vor dem Wechsel keine mehr.

Gleich nach der Pause kamen die Hessen wieder besser in die Partie. Paciencia hatte eine Riesen-Gelegenheit per Kopfball, die Pavlenka mit einer erneut starken Parade entschärfte (46.). Frankfurt drückte weiter, Kamada vergab aus nur drei Metern (53.). Folgerichtig fiel zwei Minuten später der Ausgleich: Nach einer Ecke köpfte Bremens Nuri Sahin unzureichend direkt zu Rode. Dieser zog aus etwa 16 Metern direkt ab und traf perfekt in die lange Ecke.

Werder kam in dieser Phase überhaupt nicht mehr nach vorn. Ein Aufbauspiel der Bremer fand praktisch nicht statt, die Bälle in die Spitze wurden frühzeitig von dem Europa-League-Teilnehmer abgefangen – bis sich eine spektakuläre Endphase entwickelte.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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