Düsseldorf Den Stress einer USA-Reise tun sich nur zwei Vereine an, der FC Bayern zieht mit seinem Reiseziel erneut Kritik auf sich und der Erste und der Letzte bleiben gleich ganz zu Hause: Es gibt viele Optionen, die Winterpause in der Fußball-Bundesliga zu verbringen. Doch in diesem Jahr ist der Trend eindeutig: Elf von 16 Erstligisten, die ein Vorbereitungs-Camp beziehen, schlagen dies in Spanien auf. Dazu auch noch 13 der 16 reisenden Zweitligisten.

Die Türkei, einst noch Ort des Klassentreffens der Profi-Vereine im Januar, ist dagegen komplett out. Hier kommen die aktuellen Trends der Vorbereitung der Erstligisten:

¡VIVA ESPANA!

Spanien ist das neue El Dorado für das Winter-Quartier. Während Werder Bremen zum ersten Mal sein Lager auf Mallorca aufschlägt, sind die meisten Vereine nicht zum ersten Mal an ihren Standorten. Denn die Bedingungen sind optimal. Borussia Dortmund erwarten in Marbella laut Wettervorhersage knapp 20 Grad, die Regenwahrscheinlichkeit soll bei null Prozent liegen. Weitere Vorteile des Klassentreffens: Testspiele und Vertragsverhandlungen fallen leicht. Und wenn die Rückrunde schief geht, fragt niemand, wieso der Verein dort hingereist ist.

Über den Atlantik

Jürgen Klinsmann kam gerade erst zum Trainingsauftakt aus seinem Wohnort Huntington Beach nach Berlin, da geht es mit seinem neuen Club Hertha BSC schon wieder in die USA. Allerdings rund 4000 Kilometer von Kalifornien entfernt nach Orlando. „Orlando ist ein schöner Fleck, wo die Jungs dann auf dem Trainingsplatz auch etwas Sonne abkriegen“, sagte Klinsmann. Allerdings treibt der frühere Bundestrainer den Umbau der Mannschaft rigoros voran und lässt zahlreiche Spieler nicht in den Genuss der Sonne Floridas kommen. Ebenfalls in die USA reist schon zum vierten Mal Eintracht Frankfurt. Beide Clubs treffen sich sogar zu einem Testspiel.

DIe Weltverbesserer

Im letzten Heimspiel der Bundesliga-Hinrunde protestierten die Bayern-Fans mit einem Banner, auch auf der Jahreshauptversammlung gab es Kritik an Katar als Vorbereitungsort der Münchner. Bereits zum zehnten Mal reist der Rekordmeister in das Gastgeberland der WM 2022 am Persischen Golf, das immer wieder von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge begründet die Reise nach Katar tatsächlich mit einer Art missionarischer Aufgabe. „Seit Bayern München Partner von Katar ist, hat es nachweislich eine Entwicklung in Sachen Menschen- und Arbeiterrechte zum Positiven gegeben“, sagte Rummenigge.

Die Daheimbleiber

Julian Nagelsmann ist Überzeugungstäter. Im Vorjahr blieb er schon mit Hoffenheim zu Hause. Und auch mit Herbstmeister RB Leipzig bereitet sich der Trainer in der Heimat auf die Rückrunde der Bundesliga vor. Laut Wettervorhersage erwarten die Sachsen dort Temperaturen von 1 bis 7 Grad. Der Tabellenletzte aus Paderborn bleibt schon seit Jahren zu Hause. Weil „unsere Plätze durch große Nässe in Mitleidenschaft gezogen worden sind“, ließ Trainer Steffen Baumgart nach Hinrunden-Ende allerdings doch noch mal die Möglichkeit eines Trainingslagers prüfen. Laut Geschäftsführer Martin Przondziono lohnt sich das aber für eine Woche nicht.

Türkei? – Vorbei!

2016 fuhren sieben Erstligisten nach Belek und Umgebung. 2017 war es kein einziger mehr. Damals erfolgte der Schritt aus Sicherheitsbedenken, zurück ist seitdem keiner gegangen. Allerdings schlagen elf Drittligisten ihr Quartier in der Türkei auf, dazu die Zweitligisten VfL Osnabrück und SpVgg Greuther Fürth.

Portugal und Malta

Im vergangenen Jahr war Werder noch mit Unterstützung der Deutschen Fußball Liga nach Südafrika gereist. Diesmal fliegen die Bremer nach Mallorca. Außer Spanien, den USA und Katar sind somit nur zwei weitere Länder vertreten: Wolfsburg reist nach Almancil in Portugal. Der FC Augsburg residiert in Bugibba auf Malta.

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