Dresden Gerade einmal acht Tage ist es her, da herrschte rund um Werder Bremen noch Aufbruchstimmung. Mit zwei 3:0-Siegen im Rücken (gegen Rostock und Ingolstadt) wollte der Fußball-Zweitligist im Derby gegen den Hamburger SV nachlegen – verlor aber trotz ordentlicher Leistung mit 0:2. Am Sonntag verrichtete Werder seine Leistung weit weg von ordentlich. Nach der verdienten wie ernüchternden 0:3 (0:1)-Niederlage beim Aufsteiger Dynamo Dresden rutschen die Bremer immer tiefer ins Mittelmaß der 2. Liga ab und aus der Aufbruch- ist eine Krisenstimmung geworden.

Dynamo Dresden - Werder Bremen 3:0 (1:0)

Dresden: Broll - R. Becker (59. Aidonis), Sollbauer, Akoto, C. Löwe - Will (62. Diawusie), Y. Stark, Mörschel - Schröter, Daferner (82. Sohm), Königsdörffer. Bremen: Zetterer - Weiser (72. Mbom), Veljkovic, Friedl, Jung (46. Mai) - Rapp, Gruew, Schmidt (62. Füllkrug) - Dinkci (62. Assalé), Ducksch, Schmid. Tore: 1:0 Daferner (40.), 2:0 Daferner (66.), 3:0 Schröter (75.). Zuschauer: 16 000.

Defensiv schwach

Dabei zeigten die Bremer sowohl defensiv als auch offensiv viele Schwächen. Der 21-jährige Ilja Gruev rückte für Christian Groß (Knie-OP) in die Startelf und war auf der Sechserposition größtenteils überfordert. Marco Friedl, erstmals nach seinem Streik von Beginn an auf dem Platz, griff Torschütze Christoph Daferner vor dessen erstem Tor in der 40. Minute zu passiv an. Aber nicht nur die Defensive, die bei den Gegentoren durch Daferner (66.) und Morris Schröter (75.) zweimal Spalier stand, wirkte überfordert.

Offensiv schwächer

Offensiv war Werder sogar noch schwächer. Erst in der 68. Minute beim Stand von 0:2 hatten die Gäste ihre erste Torchance. Der eingewechselte Niclas Füllkrug hatte Pech, dass sein Kopfball gegen den Pfosten ging. Der torlose Angreifer agierte erneut bemüht, aber unglücklich. Füllkrug war dennoch auffälliger als Marvin Ducksch, Eren Dinkci und Romano Schmid – die drei Startelf-Angreifer fanden überhaupt nicht in die Partie und waren abgemeldet. Schon im Spielaufbau fehlte Werder die Präzision, Ballstafetten kamen nicht zustande. Insgesamt schoss Werder nur dreimal auf das Tor des Aufsteigers, lief als Team fast zwei Kilometer weniger und verlor 54 Prozent der Zweikämpfe.

dIE sTIMMEN

„Es war kein gutes Spiel von meiner Mannschaft. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, waren zu unruhig im Spiel nach vorne. So kannst du in der 2. Liga kein Spiel gewinnen“, sagte Trainer Markus Anfang, der mehrfach an der Seitenlinie die Hände vor das Gesicht schlug. Jeder Spieler müsse sich an die eigene Nase fassen: „Wir können es nicht nur auf das junge Alter der Mannschaft schieben.“ Ersatz-Kapitän Milos Veljkovic kritisierte, dass sein Team „einfach präsenter“ sein muss. Und Nicolai Rapp – auch der Zugang sorgte für keinerlei Stabilität im Bremer Mittelfeld – konstatierte: „Das heute war einfach viel zu wenig und wir haben verdient verloren. Wir müssen zurück zu den Basics – wieder mehr Mentalität, Leidenschaft und die Zweikämpfe besser annehmen.“

Der Ausblick

Wirklich ungemütlich dürfte die Bremer Trainingswoche dennoch nicht werden, da die nächste Partie gegen den 1. FC Heidenheim bereits an diesem Freitag (18.30 Uhr) ansteht. Regeneration und Videoanalysen werden die Schwerpunkte sein, die Coach Anfang setzen wird. Erstmals dürfte Werder am Freitag das Weserstadion dank der 2G-Regelung wieder voll auslasten, der Verein erwartet aber „nur“ 30 000 Anhänger in der Arena und hofft am 30. Oktober gegen St. Pauli auf ein ausverkauftes Weserstadion.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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