Cloppenburg In weniger als einem Monat wird Claudio Pizarro 40 Jahre alt. Dass er für Werder Bremen in dieser Saison trotzdem noch wichtige Impulse setzen kann, hat die Stürmerlegende schon nach seinen Einwechslungen in den ersten zwei Ligaspielen gegen Hannover 96 und bei Eintracht Frankfurt angedeutet. Nur mit einem Treffer wollte es für Pizarro nach der fünften Rückkehr an die Weser bislang nicht klappen. Seit Samstag steht fest: Der Torriecher ist dem Peruaner nicht abhanden gekommen – davon konnten sich 2500 Zuschauer in Cloppenburg überzeugen.

Seine Unterschrift war heiß begehrt: Claudio Pizarro war nach zwei Treffern umringt von Autogrammjägern. Bild: Olaf Klee

Beim 5:2 (2:0)-Testspielerfolg gegen den Fußball-Drittligisten SV Meppen erzielte Pizarro zwei Treffer, bereitete zwei weitere Bremer Tore vor – und war nach seinem 90-Minuten-Einsatz ganz schön geschafft: „Das war schon etwas lang“, meinte der 39-Jährige schmunzelnd: „Aber ich brauche es, um Spielpraxis zu bekommen.“ Insgesamt habe ihm das Spiel in Cloppenburg „Spaß gemacht“.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt schickte eine Truppe aus etablierten und jungen Kräften ins Rennen. So stürmte neben Pizarro der 21 Jahre jüngere Joshua Sargent von Beginn an, hinten rechts verteidigte Henry Rorig aus der U 19.

Pizarro sollte seine Chance eindrucksvoll nutzen. Er markierte das Führungstor (6.), und legte das 2:0 durch Yuya Osako mustergültig auf (19.). Auch Meppen kam zu Torchancen: Marius Kleinsorge scheiterte aber an Werder-Torhüter Luca Plogmann (13.), Marco Komenda zielte zu ungenau (29.).

Chance für Meppen: Werder-Keeper Luca Plogmann ist jedoch auf dem Posten. Bild: Olaf Klee

In der zweiten Halbzeit gelangen Deniz Undav zwei Tore für den Außenseiter (60., 78.). Mit individuellen Schnitzern machten sich die Meppener jedoch selbst das Leben schwer. Zudem waren die Bremer effektiver. Nach Vorarbeit von Davy Klaassen erzielte Pascal Hackethal (aus der A-Jugend) für Werder die zwischenzeitliche 3:1-Führung. Die weiteren Bremer Tore markierten Sargent (82., Vorarbeit Pizarro) und Pizarro, der eine Flanke des Nachwuchsspielers Caram Carneiro Alves einköpfte (90.).

„Es war nicht alles gut, aber am Ende überwiegen die positiven Aspekte“ sagte Kohfeldt. Pizarro habe gut gespielt, und es mache einfach Spaß ihm zuzusehen, so Bremens Trainer weiter. Auch die Leistung von Nuri Sahin hob Kohfeldt hervor. Der Zugang von Borussia Dortmund überzeugte im Mittelfeld mit einer cleveren Spielweise.

Meppens Trainer Christian Neidhart wurmten die Gegentore: „Dreimal haben wir den Gegner zum Toreschießen förmlich eingeladen. Das haben die Bremer eiskalt ausgenutzt.“

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion

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