Bremen Wie laut 14.000 Fans sein können, erfuhren die Spieler von Werder Bremen erstmals um 19.56 Uhr. Als die Fußballer zum Warmmachen in das zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie zu einem Drittel gefüllte Weserstadion einliefen, machten die, die endlich wieder live dabei sein konnten, so richtig Lärm. „Werder, Werder, Werder“, schallte es durch die Arena – vom Verdruss des Abstiegs in die 2. Liga war in diesen Minuten nichts zu spüren. Die Freude auf Live-Fußball überwog – und sie blieb auch im Verlauf der Auftaktpartie gegen Hannover 96, obwohl Werder nicht den erhofften ersten Saisonsieg feiern konnte. Ein Eigentor von Simon Fallette (49. Minute) brachte die Bremer in Führung, Marwin Duksch glich aus (56.). Am Ende stand ein 1:1 (0:0), mit dem Werder sogar etwas besser leben konnte als die Gäste, die in der Schlussphase mehrere gute Chancen auf den Sieg vergaben. Aufgrund der schwachen Schlussphase der Bremer sorgte ein kurzes Pfeifkonzert der Fans beim Abpfiff dann doch für einen Stimmungsdämpfer.

Anfangs erste Anfangs-Elf

Neu-Trainer Markus Anfang schickte in seinem ersten Pflichtspiel für Werder in Anthony Jung, Lars Lukas Mai und Niklas Schmidt drei Zugänge in seine Startelf. Der für Angriffsfußball bekannte Coach setzte auf ein 4-3-3-System. Die Viererkette bildeten von rechts nach links Jean-Manuel Mbom, Zugang Mai, Ömer Toprak und Zugang Jung. Als Sechser lief Maximilian Eggestein auf, der einer von vielen ist, bei denen bis zum Transferschluss am 31. August offen ist, ob er wirklich in dieser Saison bei Werder bleibt. Ihn unterstützten Schmidt und etwas überraschend Yuya Osako - ein sehr offensiv ausgerichtetes Mittelfeld. Die beiden Außenangreifer waren Felix Agu auf links und Joshua Sargent auf rechts. Zentral stürmte Niclas Füllkrug.

Der kurzfristige Ausfall

Gar nicht erst im Kader stand kurzfristig Kevin Möhwald. Wegen eines positiven Coronatests in seinem persönlichen Umfeld begab sich der 28-Jährige nach Vereinsangaben bereits am Freitagnachmittag in eine freiwillige Quarantäne. Möhwald selbst wurde allerdings negativ getestet. „Wir wollen alle Eventualitäten ausschließen und die übrigen Spieler, das Trainerteam und den Staff schützen“, betonte Sportchef Frank Frank Baumann.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Werder startete druckvoll, aber auch etwas nervös in die erste Zweitliga-Saison seit der Spielzeit 1980/81. Die erste Chance hatte Osako nach Vorarbeit Sargents, der Schuss des Japaners war aber zu schwach (8.). Gefallen konnte zunächst vor allem Rückkehrer Schmidt, der zuletzt an den VfL Osnabrück verliehen war und einige gute Aktionen hatte.

Die Fans – nur geimpfte, genesene und getestete Menschen durften aufgrund des strengen Hygienekonzeptes ins Stadion – sahen nach 16 Minuten die größte Gelegenheit der Gäste: Marwin Duksch köpfte den Ball ganz knapp am Bremer Tor vorbei, in dem erstmals von Beginn an Michael Zetterer stand. Trainer Anfang hatte dem Keeper bereits am Freitag sein Vertrauen ausgesprochen, Stammkeeper Jiri Pavlenka ist verletzt. Als Florent Musija dann einen 22-Meter-Hammer auf Werders Torlatte nagelte, ging ein erstes Raunen durch die Arena – Hannover hätte führen können.

Werder war – inzwischen im Dauerregen – zwar weiterhin ganz gut im Spiel, aber insgesamt nicht zielstrebig genug. So ging es torlos in die Pause.

Erst Traumstart, dann Rückschlag

Weiter ging es ohne Wechsel auf beiden Seiten – und wie in Durchgang eins mit einer ersten Chance für Osako (48.). Aus der anschließende Ecke resultierte die umjubelte Bremer Führung: Ecke Schmidt auf Neu-Kapitän Toprak, der am ersten Pfosten einköpfen wollte, doch Fallette kam ihm zuvor und traf ins eigene Netz. Hannover aber zeigte sich wenig geschockt: Drei Minuten später hatte Duksch den Ausgleich auf dem Fuß, schoss aber an den Torpfosten. Das zweite Mal beanspruchte Werder eine gehörige Portion Glück für sich, das weitere vier Minuten später aufgebraucht. Duksch tauchte erneut zu frei vor Zetterer auf, lupfte dieses Mal überlegt und traf so zum 1:1.

Hannover in Schlussphase überlegen

Nach dem aufregenden Start in Hälfte flachte die Partie zusehends ab, Hannover wirkte nun etwas aktiver als die Gastgeber. Anfang brachte in Romano Schmid (für Agu) erst in der 74. Minute eine frische Kraft. Die Gästen waren dennoch dem Sieg bei einer Chance des eingewechselten Linton Maina näher (80.) – und hätten bei Dukschs Riesenchance in der 82. Minuten eigentlich den Sieg perfekt machen müssen. Doch der Angreifer setzte den Ball völlig freistehend aus wenigen Metern am Tor vorbei. Duksch hatte noch eine weitere Gelegenheit, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Zetterer (84.). Und auch der eingewechselte Hendrik Weydandt schnupperte am Siegtor gegen immer schwächer und müder werdende Bremer (85.).

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.