Bremen Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim. Das klingt auf den ersten Blick nach zwei Vereinen, die recht wenig miteinander zu tun haben. Hier der traditionsreiche Dauer-Erstligist aus dem hohen Norden. Da der vielen noch unbekannte Zweitligist aus dem Süden der Republik, der nie im Oberhaus des deutschen Fußballs gespielt hat. Der zweite Blick zeigt aber: Wenn die beiden Mannschaften an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) in Runde zwei des DFB-Pokals im Weserstadion aufeinandertreffen, dürften vor allem die Heidenheimer richtig heiß sein.

Denn die Baden-Württemberger treten aller Voraussicht nach mit einer Viererkette an, die ausschließlich aus Profis besteht, die bei Werder Bremen gespielt und den großen Durchbruch verpasst haben. Rechtsverteidiger Marnon Busch (26, spielte von 2007 bis 2016 für die Bremer), die beiden Innenverteidiger Oliver Hüsing (26, von 2004 bis 2015) und Patrick Mainka (24, von 2014 bis 2016) sowie Linksverteidiger Norman Theuerkauf (32, von 2003 bis 2008) haben eine grün-weiße Vergangenheit und kennen vor allem Werders Trainer Florian Kohfeldt, der sie in den Jugendteams trainiert hatte, sehr gut.

„Ich habe schöne Momente mit ihnen erlebt“, sagt Kohfeldt dann auch. Mit Busch sei er als U-17-Co-Trainer deutscher Vize-Meister geworden, „das Poster zur Ankündigung hängt noch bei mir im Keller.“ Mit Hüsing habe er auch „privat ein freundschaftliches Verhältnis. Den kenne ich, seit er zwölf ist.“ Mit Theuerkauf habe er zudem „oft zusammen auf dem Trainingsplatz gestanden“.

Der Favorit von der Weser wird also an diesem Mittwoch gegen einen Bremer Block anrennen. Schon allein aufgrund der privaten Kontakte fällt es Kohfeldt sicher nicht schwer, sein Team auf einen unangenehmen Gegner einzustellen. „Wir werden mit der besten Mannschaft an den Start gehen und wollen das Spiel unbedingt gewinnen“, fordert der Bremer Trainer unmissverständlich die Qualifikation für das Achtelfinale.

Heidenheim, nach elf Partien mit 16 Punkten aktuell Tabellenfünfter, sei ein „sehr guter Zweitligist, vor dem wir hohen Respekt haben.“ Wenn er bei seinen Spielern auch nur ein bisschen merke, dass es an Konzentration fehle, „werden die Jungs das zu spüren bekommen.“

Dementsprechend wird der Coach kaum Veränderungen an jener Elf vornehmen, die in der Bundesliga zuletzt viermal in Serie remis gespielt hatte. Der Japaner Yuya Osako kehrt nach seiner Muskelverletzung zwar in den Kader zurück, dürfte aber zunächst auf der Bank sitzen. Claudio Pizarro soll weiter nur trainieren und dürfte frühestens am Samstag gegen den SC Freiburg ein Thema sein. Dann soll auch Kapitän Niklas Moisander wieder an Bord sein.

Wie unangenehm die Männer von der schwäbischen Alb sein können, hat Werder im bis jetzt einzigen Pflichtspiel gegen sie gemerkt. In der Saison 2011/12 gastierten die Bremer in Runde eins des Pokals beim damaligen Drittligisten als hoher Favorit. Das 2:1 der Heidenheimer glich einer Sensation, die der Favorit aus Bremen dieses Mal unbedingt vermeiden will.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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