Bremen Andreas Brehme ist vor allem für dieses eine Tor berühmt geworden. 1990, WM-Finale, Deutschland gegen Argentinien, 85. Minute: Strafstoß Brehme – „gegen den Elfmeter-Töter Goycochea“, wie TV-Kommentator Gerd Rubenbauer ins Mikrofon schrie. Brehme traf links unten zum 1:0 und machte Deutschland zum dritten Mal zum Fußball-Weltmeister.

Bekannt ist Andreas Brehme auch durch ein Zitat geworden, das viele Menschen heute noch benutzen, wenn es mal so gar nicht läuft – und das nicht nur im Fußball. In der Saison 1995/96 stieg Brehme mit seiner „großen Liebe“, dem 1. FC Kaiserslautern, aus der Bundesliga ab – und kam damals zu der Erkenntnis: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß!“

Das hätte Frank Baumann am Donnerstag am liebsten wohl auch gesagt. Der Sportchef von Werder Bremen vermied es jedoch, als er zähneknirschend berichtete, dass sein Trainer Florian Kohfeldt sich ausgerechnet zu Hause eine Fußverletzung zugezogen und nun Bettruhe verordnet bekommen hat. „Flo hat richtig Schmerzen, er kann nicht auftreten“, erzählte Baumann. Am Mittwoch konnte der 37-Jährige sein Team bereits nicht trainieren, am Donnerstag ebenfalls nicht. „Wir hoffen, dass er am Freitag wieder dabei sein kann. Zur Gegneranalyse im Hotel wird er am Abend auf jeden Fall dabei sein“, betonte Baumann mit Blick auf den Start in die Rückrunde an diesem Samstag (15.30 Uhr) im für Werder so wichtigen Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf.

Auch wenn er den Brehme-Spruch scheute, macht Baumann deutlich, wie sehr ihn der neuerliche Rückschlag in einer von Beginn an verkorksten Saison beschäftigt. Die Kohfeldt-Verletzung sei „der Tiefpunkt“ nach einer von zahlreichen Verletzungen geprägten Hinrunde, „der Ausfall des Trainers ist der Höhepunkt“ dieser Verletztenmisere, meinte Baumann, und fügte fast flehend an: „Ab jetzt geht es aufwärts.“

Immerhin soll der Trainer am Samstag bei seinem Team sein, „wenn auch mehr sitzend als stehend“, sagte der Sportchef. Für die Bremer Profis bedeutet das erst einmal, dass ihre Einheiten seit Mittwoch vom Co-Trainer-Trio um Tim Borowski, Ilia Gruev und Thomas Horsch geleitet werden. Natürlich seien „alle Inhalte mit Florian abgestimmt“, die traditionelle Matchplan-Sitzung der Trainer werde gemeinsam mit Sportchef Baumann im Haus von Kohfeldt stattfinden. Zudem habe der Coach sich „das Training zu Hause auf Video angeschaut“.

Wie so oft in dieser Spielzeit muss Werder also umdenken – auch auf dem Platz. Ludwig Augustinsson (Muskelfaserriss) fällt in Düsseldorf definitiv aus, genau wie Philipp Bargfrede (Wade) und Michael Lang (Oberschenkel). Fin Bartels, Leonardo Bittencourt und Milos Veljkovic – alle zuletzt angeschlagen – sind zwar einsatzbereit, aber alle wohl vorerst keine Kandidaten für die Startelf. Anders als Ömer Toprak, der nach seinen verschiedenen Verletzungen in der Hinrunde wieder fit ist. Er habe „besondere Fähigkeiten im Aufbau und ein gutes Tempo“ lobte Baumann den Innenverteidiger und setzt große Hoffnungen in ihn.

Dass Winter-Zugang Kevin Vogt (Hoffenheim) gleich in der Startelf stehen wird, gilt als äußerst wahrscheinlich. Die Frage ist nur noch, ob er als dritter Innenverteidiger neben Niklas Moisander und Toprak oder als Bargfrede-Ersatz im defensiven Mittelfeld aufläuft. Vogt werde „einen neuen Impuls setzen“, meinte Baumann, er gehe „unvoreingenommen an die Sache“.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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