Bremen Nabil Bentaleb hat eine bewegte Saison hinter sich gebracht. Als Vizemeister mit Schalke 04 in die Fußball-Bundesliga gestartet, lief fortan alles schief, was schief laufen kann – für den plötzlich vom Abstieg bedrohten Verein und für den Spieler selbst. Mehrfach wurde Bentaleb suspendiert, er war in einen Trainingszoff verwickelt, bis er schließlich unter Retter Huub Stevens überhaupt keine Rolle mehr bei den Königsblauen spielte. Der 24-Jährige wurde vom Königstransfer – die Schalker verpflichteten ihn 2017 für etwa 20 Millionen Euro von Tottenham Hotspur – zum Problemprofi.

Genau das ist die Chance für Werder Bremen. Seit Freitag ist offiziell, dass der Club sich in guten Gesprächen mit den Gelsenkirchenern befindet, das bestätigte ein Schalker Vorstandsmitglied. Werder peilt eine Ausleihe für ein Jahr mit anschließender Kaufoption an. Weil man sich in Details aber noch nicht einig ist, wird sich der Transfer in die nächste Woche ziehen.

Für Bentaleb wäre der Wechsel nach Bremen ein Neuanfang. Und für Werder ist es eine günstige Gelegenheit, nach Ömer Toprak (von Borussia Dortmund) einen weiteren Profi an die Weser auszuleihen, der über Champions-League-Erfahrung verfügt, der mit 24 Lenzen die besten Fußballer-Jahre noch vor sich hat und der eigentlich aufgrund seines Marktwertes für den Verein nicht bezahlbar wäre.

Bei allen menschlichen Fragezeichen, die dann vor allem Trainer Florian Kohfeldt zu lösen hat, bringt Bentaleb fußballerische Qualitäten mit, die Werders Kader zweifellos aufwerten würden. Der Algerier mit französischen Wurzeln ist im Mittelfeld variabel einsetzbar, kann auf der Sechs, im halblinken oder sogar offensiven zentralen Mittelfeld agieren. Jung-Nationalspieler Maximilian Eggestein und Co-Kapitän Davy Klaassen gelten dort als gesetzt. Bentaleb würde wohl zunächst Nuri Sahin auf die Bank verdrängen. Er ist robuster, zweikampfstärker und schneller als der türkische Edel-Techniker.

Eine Soforthilfe in personell schwierigen Zeiten für Werder ist er allerdings nicht. Bentaleb musste sich im Juni einer Leistenoperation unterziehen. Da er von den Schalkern, die ihn vom Gehaltszettel bekommen wollen, vom Trainingsbetrieb freigestellt wurde, absolviert er derzeit seine Reha in Frankreich.

Für das Auswärtsspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim fallen indes Ludwig Augustinsson, Sebastian Langkamp, Milos Veljkovic, Fin Bartels und Milot Rashica aus. „Wir klagen nicht, wir spielen weiter und werden erfolgreich sein“, betont Trainer Florian Kohfeldt. Für Rashica könnte Sommer-Zugang Niclas Füllkrug zu seinem Debüt in der Startformation kommen. „Er hatte eine gute Woche“, sagte Kohfeldt über die Trainingsleistungen des Angreifers.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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