Bremen Die neue Fußball-Welt von Werder Bremen sieht anders aus. Sandhausen, Heidenheim und Aue befinden sich künftig auf der Landkarte der Ligarivalen anstelle von München, Dortmund und Mönchengladbach. Immerhin sind in der zweiten Liga auch attraktive und kurze Fahrten nach Hamburg, Hannover und Gelsenkirchen dabei, die zumindest den dann hoffentlich zurückkehrenden Fans in den Stadien eine Menge Spaß machen dürften. Wie der Verein von der Weser aufgestellt sein wird, ist ungewiss. Der Umbruch nach dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte schreitet indes voran – auch wenn noch zahlreiche Entscheidungen ausstehen.

Hier sehen Sie eine Grafik der künftigen Gegner von Werder.

Wie laufen die Gespräche des Aufsichtsrates?

Der Frust, der sich bei vielen Anhängern in den Jahren des schleichenden Niedergangs bis hin zum Absturz aufgestaut hat, entlädt sich verbal weiter in Richtung der Führungsriege. Diese will, angeführt von Sportchef Frank Baumann und Aufsichtsratschef Marco Bode, weitermachen – und das sorgt für Unverständnis und Wut. In einer Umfrage unserer Redaktion sprechen sich 72 Prozent der Befragten für einen Neuanfang ohne Baumann aus.

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Seit Sonntag diskutiert das Kontrollgremium der Bremer über die Ausrichtung sowie über die Zukunft Baumanns, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 besitzt. In dem Aufsichtsrat sitzen neben Bode noch Marco Fuchs, Andreas Hoetzel, Thomas Krohne, Axel Plaat und Kurt Zech. Zunächst sah es so aus, dass sie schnell eine Entscheidung pro Baumann verkünden würden, doch inzwischen macht die Runde, dass die Mitglieder sich überhaupt nicht einig sind und kontrovers diskutieren.

Was spricht für Baumann – und was gegen ihn?

Baumann soll vor allem deswegen vorerst weitermachen, damit die offene Trainerfrage und weitere Personalfragen bei den Fußballern schnell geklärt werden. Die 2. Liga beginnt schon am 23. Juli, die Zeit drängt also. Er genießt in erster Linie die Rückendeckung von Bode, dem stärksten Mann im Bremer Aufsichtsrat.

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Baumann verantwortet jedoch die missratene Kaderplanung mit zuletzt zu vielen Fehlgriffen und das viel zu lange Festhalten an „seinem“ Trainer Florian Kohfeldt, dem er erst vor dem letzten Spieltag nicht mehr die Treue hielt. Davie Selkes Rückholaktion etwa war ein einziges Missverständnis. Leihspieler Tahith Chong von Manchester United war schneller wieder weg, als man seinen Vornamen aussprechen lernen konnte. Und Patrick Erras (vom 1. FC Nürnberg) spielte so gar keine Rolle. Dass zudem in Davy Klaassen (wenn auch aus finanziellen Motiven) ein Leistungsträger ausgerechnet aus dem ohnehin schon spärlich besetzten Mittelfeld am letzten Transfertag an Ajax Amsterdam verkauft wurde, ist vielen ein Dorn im Auge. Baumann wirkte zuletzt mitgenommen, gab sich nach dem feststehenden Abstieg dann aber doch kämpferisch und bezeichnete sich als „den richtigen Mann“ in dieser Situation für Werder Bremen.

Was gibt es Neues vom Personal?

Nachdem die Bremer den Abgang von Selke (nach Leihe zurück zu Hertha BSC) am Montag kommuniziert hatten, verkündeten sie am Dienstag die nicht mehr überraschenden Abschiede des Kapitäns Niklas Moisander (35) und seines Stellvertreters Theodor Gebre Selassie (34). Beide Verträge laufen aus. Während Gebre Selassie in seine Heimat Tschechien zurückkehrt, ist die Zukunft Moisanders offen. „Ich bin einfach leer und sprachlos. Es tut unglaublich weh. Ich hätte mich gern anders von Werder und Bremen verabschiedet. Werder ist ein geiler Verein, der in die 1. Liga zurückkehren wird“, wurde Gebre Selassie, der neun Jahre in Bremen spielte, vom Verein zitiert. „Das war am Samstag für mich natürlich der bitterste Moment meiner Karriere. Es tut uns so unendlich leid für den Verein, die Fans und die ganze Stadt“, sagte Moisander, der 2016 von Sampdoria Genua zu Werder gewechselt war.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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