Bremen Am Wochenende ging Frank Baumann in die Offensive. Vom Aufsichtsrat des künftigen Fußball-Zweitligisten Werder Bremen noch immer nicht offiziell im Amt bestätigt, gab der Sportchef des Absteigers erst ein vereinseigenes Interview und dann anderen Medien Antworten auf die Fragen, wie er sich die Zukunft von Werder vorstellt.

Die Trainersuche

Im Zentrum steht dabei natürlich: die Trainerfrage. „Aktuell haben wir drei Favoriten, mit denen wir in einer zweiten Gesprächsrunde nochmals gesprochen haben, um ein breiteres Bild und Eindruck zuzulassen. Jetzt sind wir in der finalen Phase des Auswahlprozesses“, sagte Baumann und kündigte an, dass er den neuen Mann „wahrscheinlich in den nächsten Tagen“ präsentieren wolle. Baumannn hatte einen Spieltag vor dem Saisonende Trainer Florian Kohfeldt freigestellt. Werder-Legende Thomas Schaaf sprang als Interimscoach ein, konnte aber den zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte nach einer 2:4-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach nicht verhindern.

Die Kandidaten

Vier Kandidaten werden im Bremer Umfeld immer wieder genannt, einer soll inzwischen Baumanns Favorit sein: Markus Anfang. Der 46-Jährige trainiert den Zweitliga-Rivalen Darmstadt 98 und besitzt dort noch einen Vertrag bis 2022. Werder, durch die Pandemie und die finanziellen Folgen des Abstiegs arg gebeutelt, müsste also eine Ablösesumme an die „Lilien“ zahlen. „Das ist für mich die wichtigste Person in einem Verein“, betonte Baumann und erklärte, dass er deshalb auch bereit sei, Geld für den neuen Coach in die Hand zu nehmen. Ebenfalls in der engeren Auswahl sollen Peter Zeidler (58, FC St. Gallen), Ole Werner (33, Holstein Kiel) und Stefan Leitl (43, Greuther Fürth) sein. Bei Leitl spricht der Fürther Aufstieg in Liga eins gegen ein Engagement. Werner hingegen scheiterte mit den Kielern in der Relegation am 1. FC Köln, könnte dementsprechend interessiert sein an der Aufgabe bei einem Traditionsverein und ließ seine Zukunft zuletzt offen. „Wir wollen jemanden finden, der uns schnellstmöglich in die 1. Liga zurückführt“, sagte Baumann.

Die Aussicht

Der Sportchef ahnt indes, was Werder in der kommenden Saison erwartet. „Die Zweite Liga wird besonders stark sein, das fühlt sich dann in einigen Stadien wie erste Liga an.“ Werder werde als Absteiger und Traditionsclub sehr häufig in der Rolle des „Gejagten“ sein. „Jeder wird Werder schlagen wollen. Dieser Favoritenrolle müssen wir uns stellen, der müssen wir gewachsen sein“, sagte Baumann. Das Ziel sei aber, einen Kader zusammenzustellen, „der um den Aufstieg mitspielen kann.“ Es sei „ein gewisser Umbruch in der Mannschaft grundsätzlich notwendig“.

Die eigene Person

„Mir geht es nach wie vor natürlich nicht wirklich gut“, sagte Baumann, machte aber deutlich, dass er weiterarbeiten möchte. Dass seine Person in Frage gestellt werde, sei „ganz normal“. Und weiter: „Deshalb habe ich damit kein Problem. Wir haben als Geschäftsführung das Mandat, die Planung der neuen Saison in Bezug auf den Trainer und die Kaderplanung weiter voranzutreiben.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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