Bremen Weißbierduschen wird es an diesem Dienstagabend in Bremen nicht geben. Selbst wenn der FC Bayern die Partie beim SV Werder (20.30 Uhr) gewinnt und damit seine achte Meisterschaft in Serie in der Fußball-Bundesliga perfekt macht, müssen die Münchner Profis auf ihr Ritual verzichten. Die strengen Hygiene-Regeln in Zeiten der Corona-Krise verhindern eine ausgelassene Party. Ausgerechnet im Weserstadion könnte der FC Bayern erleben, wie trist es sein muss, ohne Fans und Stimmung den dann insgesamt 30. Titel zu feiern.

Torverhältnis wichtig

Für die Bremer gilt es indes, nach dem 5:1 in Paderborn sowie den Niederlagen der Rivalen aus Düsseldorf und Mainz alles daran zu setzen, die abgespeckte Münchner Meisterfeier zu verhindern. Punkte gegen die Übermacht aus München wären im engen Rennen um den Klassenerhalt ein nicht eingeplanter Bonus. Da Düsseldorf in Leipzig und Mainz in Dortmund spielen, könnte es auch darum gehen, wer in Sachen Torverhältnis den geringsten Schaden gegen das Top-Trio nimmt. „Das Torverhältnis ist bei uns kein Thema. Vorher über die Höhe der Niederlage nachzudenken, das geht nicht. Ich will die Mannschaft so vorbereiten, dass wir das Spiel gewinnen können“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Montag.

„Nadelstiche setzen“

„Man wird aber von mir nicht hören, wir werden den FC Bayern schlagen. Sie sind so dominant wie lange nicht mehr, sie marschieren durch die Liga. Das ist selbst für Bayern-Verhältnisse sehr sehr stark aktuell. Wir haben natürlich eine Idee, wie wir das angehen wollen, und wir werden sicher niemanden schonen. Es gibt kleine Nadelstiche, die man gegen sie setzen kann. Wir brauchen Phasen der Entlastung“, erklärte der Trainer seine Herangehensweise an das Nord-Süd-Duell. Kaum Grund zur Zuversicht bietet gleichwohl die Heimbilanz: Nur ein Sieg in 15 Partien, die schwächste Heimmannschaft der Liga kommt aus Bremen.

Zehn Siege in Serie

Auf nachlässige Bayern kann Werder derweil nicht hoffen. Zwar beträgt der Vorsprung auf Borussia Dortmund bereits sieben Punkte, aber Lust auf eine Sofa-Meisterschaft hat das Star-Ensem-ble, das die letzten zehn Ligaspiele allesamt gewonnen hat, nicht. „Wir wollen das Ding nach Hause fahren“, sagte Nationalspieler Leon Goretzka. „Wir wollen die Meisterschaft so schnell wie möglich eintüten“, meinte auch Teamkollege Joshua Kimmich. Und Trainer Hansi Flick, der vor seinem ersten Titel als Cheftrainer steht, verdeutlichte: „Wenn wir gewinnen, hat das zur Folge, dass wir Meister sind – das ist umso schöner. Wir wollen den Sack zumachen.“

Star-Duo kehrt zurück

Wie ernst die Münchner das Spiel nehmen, zeigt die Ansage Flicks, dass die zuletzt gelb-gesperrten Thomas Müller und Robert Lewandowski zurück in die Startelf kehren. „Ich spüre von keinem einzigen Spieler irgendwo eine Müdigkeit, dass er sagt, er kann nicht spielen“, berichtete Flick. Bei Werder fehlen nur die beiden Langzeitverletzten Ömer Toprak und Kevin Möhwald.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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