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Drei Corona-Fälle beim Bremer SV – Team in Quarantäne
Pokal-Knaller gegen FC Bayern abgesagt

Bremen Grün-weiße Trauer: Werder Bremen ist zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Am Samstagnachmittag verlor die Mannschaft von Interimstrainer Thomas Schaaf gegen Borussia Mönchengladbach nach einer desolaten Vorstellung mit 2:4 (0:1) und stürzte durch die beispiellose Niederlagenserie (neun Pleiten und ein Remis in den letzten zehn Spielen) noch auf den 17. Platz ab. Der 1. FC Köln zog in einem dramatischen Finale durch einen 1:0-Erfolg gegen Schalke 04 doch noch vorbei und spielt in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten. Arminia Bielefeld ist indes durch ein 2:0 beim VfB Stuttgart direkt gerettet.

41 Jahre nach dem ersten Abstieg stehen die Bremer vor einer enorm unsicheren Zukunft. Der Verein ist finanziell schwer angeschlagen, viele Profis werden Bremen verlassen. Ein direkter Wiederaufstieg dürfte in einer 2. Liga mit Traditionsvereinen wie Schalke 04, dem Hamburger SV, Hannover 96 oder Fortuna Düsseldorf ein schwieriges Unterfangen werden.

Lars Stindl (3. Minute), Marcus Thuram (50.), Ramy Bensebaini (58.) und Florian Neuhaus (67.) trafen in Bremen für überlegene Gladbacher. Werder war in Spiel eins nach der Trennung von Florian Kohfeldt unter Clublegende Schaaf chancenlos, ließ sich bei den ersten beiden Gegentoren viel zu einfach ausspielen und brach nach dem 0:2 komplett ein. Das 1:4 von Milot Rashica (81.) und 2:4 von Niclas Füllkrug (83.) dienten nur noch der Ergebniskosmetik.

Großer Empfang vor dem Stadion

Geschätzte 2000 Fans hatten dem Mannschaftsbus einen begeisternden Empfang bereitet, dabei aber auch gegen Corona-Regeln verstoßen. Die extra verstärkten Polizeikräfte hatten die Bremer Anhänger vor solchen Verstößen gewarnt und das Einhalten von Abstandsregeln angemahnt.In der Nähe des Weserstadions standen die Fans dann aber sehr eng beieinander, jubelten dem Teambus bei der Anfahrt zu und zündeten Pyrotechnik. Die meisten trugen Masken, einige waren aber auch ohne Mund-Nasen-Schutz gekommen. „Das ist ein großes Pfand, das wir haben, dass wir unsere Fans, die Bremer, hinter uns wissen“, sagte Interimstrainer Schaaf zu dem Empfang.

Augustinsson verletzt – Schaaf überrascht

„Wir müssen an uns glauben“, betonte Schaaf kurz vor dem Anpfiff und schickte eine auf drei Positionen veränderte Startelf auf das Feld. Kurzfristig musste er auf Ludwig Augustinsson verzichten. Der schwedische Nationalspieler fehlte wegen muskulärer Probleme. Für ihn verteidigte Marco Friedl links hinten. Rechtzeitig fit wurde dagegen Abwehrchef Ömer Toprak. Zudem standen überraschend Romano Schmid und Jean-Manuel Mbom in der Anfangself. Die beiden Angreifer Milot Rashica und Niclas Füllkrug saßen zunächst nur auf der Bank. Schaaf setzte auf jene Raute im Mittelfeld, mit der er während seiner Ära von 1999 bis 2013 zumeist spielen lassen hatte.

Früher Schock

Gleich nach drei Minuten schockte die noch um die neue Conference League spielende Borussia die Bremer. Marcus Thuram hebelte mit einem Hackentrick die linke Bremer Abwehrseite aus, Stefan Lainer legte quer und Stindl schob überlegt zur Führung ein. Schaaf klatschte direkt in Richtung seiner Spieler, munterte auf. Werder wirkte dennoch angeschlagen, bekam zunächst kaum eine Kombination zustande – und vergab dann doch die hundertprozentige Ausgleichschance. Joshua Sargent legte auf Davie Selke quer, der aus sieben Metern den Ball eigentlich nur einschieben brauchte, ihn aber so schwach trat, dass Gladbach-Keeper Yann Sommer noch parieren konnte (19.). Die Partie flachte zusehends ab. Werder wurde etwas aktiver, ohne Torgefahr auszustrahlen. Keeper Jiri Pavlenka musste bei einem Lainer-Kopfball sein Können zeigen (39.). Weil es sowohl bei den Kölnern als auch bei den Bielefeldern zur Pause 0:0 stand, blieben die Bremer zunächst auf Relegationsplatz 16.

Katastrophaler Start in zweite Halbzeit

Nach der Pause setzte Theodor Gebre Selassie mit einem Fernschuss ein erstes Ausrufezeichen (48.) – es blieb das letzte von Werder. Die Bremer, unterstützt und lautstark angefeuert von 100 Vereinsmitarbeiter, die mit in das Weserstadion durften, ließen sich kinderleicht auskontern: Mit einem einfachen Doppelpass spielten Thuram und Hannes Wolf die viel zu hoch aufgerückte Werder-Defensive aus, der Franzose war frei durch und ließ sich diese Chance nicht nehmen - 2:0 in der 50. Minute! Nur acht Minuten später stand die Niederlage für nun völlig indisponierte Bremer nach einem Bensebaini-Kopfball zum 3:0 fest (58.). Spätestens ab jetzt richteten sich alle Blicke nach Köln, wo der FC nicht gewinnen durfte. Werder war selbst völlig von der Rolle, kassierte ein weiteres Gegentor und atmete auf, als ein Kölner Treffer in der 71. Minute per Videobeweis aberkannt wurde. Rashica und Füllkrug betrieben Ergebniskosmetik, doch dann traf Sebastian Bornauw in der 87. Minute zum 1:0 für Köln und stürzte Werder Bremen damit in die 2. Liga.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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