Bremen Es waren nur ein paar grün-weiße Luftballons, mehrere Banner, auf denen etwa „Kämpfen bis zum Ende“ oder „Wir für euch, ihr für uns“ stand, und Rauchschwaden entzündet von einigen Fahnenschwenkern am Straßenrand. In normalen Zeiten hätten hier am Weserstadion wieder Tausende Fans dem Teambus von Werder Bremen einen speziellen Empfang geboten. Obgleich die Pandemie dies weiter verhindert, hatte die kleine Aktion der Anhänger vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen ihren Effekt – „zu spüren, dass die Fans bei uns sind, dass sie für Werder Bremen und uns unterstützen, gibt uns etwas“, sagte Trainer Florian Kohfeldt später: „Mich hat das ein Stück weit berührt, weil es nicht selbstverständlich ist.“

Hinten hui, vorne pfui

Die Unterstützung in schweren Zeiten war stets ein Faustpfand von Werder, nun fehlt sie nahezu komplett im zweiten Jahr in Folge im Kampf um den Klassenerhalt. Und der bleibt knallhart, auch wenn die Mannschaft beim 0:0 gegen die Werkself erneut kämpferisch überzeugte und ihre historische Niederlagenserie von sieben Pleiten in Serie stoppte. Nach vorn, das ist zwei Spieltage vor Saisonende nichts Neues mehr, fehlt indes die Erstligatauglichkeit. Das 0:0 vom Samstag ist somit schnell erzählt: Leverkusen war überlegen, hatte 62 Prozent Ballbesitz, war technisch und spielerisch besser. Werder warf sich in jeden Zweikampf, pushte sich, geriet im eigenen Ballbesitz aber an seine Grenzen. „Wir haben uns einen Punkt erkämpft, nicht erspielt“, sagte Kohfeldt passend.

Endspiel in Augsburg

So waren alle Beteiligten nach dem trostlosen Remis schnell mit den Gedanken beim kommenden Samstag. Beim FC Augsburg kommt es dann zu einem Kellerkrimi, den Werder vor wenigen Wochen noch unbedingt vermeiden wollte, den Werder nun aber als große Chance ausgemacht hat. „Das wird nächste Woche ein Finale in Augsburg. Wir müssen dieses Spiel gewinnen, dann haben wir mehr Punkte als sie“, rechnete Davie Selke vor, der plötzlich Werders Stürmer Nummer eins ist und 90 Minuten durchackerte. „Wir müssen gegen Augsburg gewinnen, dann sind wir auf jeden Fall vor ihnen“, sagte Dauerläufer Maximilian Eggestein. Die Fuggerstädter verloren am Freitag beim Trainer-Debüt von Markus Weinzierl mit 1:2 beim VfB Stuttgart, haben 33 Zähler und damit zwei Punkte mehr auf dem Konto als Werder. Weil sie zudem am letzten Spieltag beim alten und neuen Meister Bayern München spielen, weiß in Bremen jeder genau, dass ein Auswärtssieg Werders wohl eine Endplatzierung in der Tabelle vor den Augsburgern bedeuten würde. „Das Spiel nächste Woche ist eine große Chance, sie zu überholen. Jedes Spiel ist jetzt ein Finale“, meinte Kapitän Niklas Moisander. Coach Kohfeldt wollte das F-Wort zwar noch nicht in den Mund nehmen, erklärte aber: „Nächste Woche vorbeizuziehen, muss unser Ziel sein, aber Augsburg hat in Stuttgart ein sehr gutes Spiel gezeigt. Wir müssen uns sammeln. Der nächste Samstag wird sehr wichtig.“

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Trainer-Frage endgültig geklärt

Dass der Trainer bis zum Saisonende bleiben wird, steht seit spätestens Samstag fest. „Die Leistungen in den letzten zwei Spielen machen uns zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Florian hat in der letzten Saison schon eine ganz schwierige Situation gemeistert und wir trauen ihm das jetzt auch wieder zu“, sagte Sportchef Frank Baumann. „Ich werde alles tun, alles Persönliche beiseiteschieben, um mit Werder Bremen die Klasse zu halten, weil nur darum geht‘s“, versicherte Kohfeldt. Erst danach würden weitere Gespräche geführt.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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