Bremen Das Gefühl, bei Werder Bremen aus einer hinteren Reihe nach vorn zu kommen, kennt Christian Brand (49) bereits. Am 20. August 1996, also vor etwas mehr als 25 Jahren, bestritt der damals 24-Jährige sein erstes Bundesligaspiel für die Bremer. Kurz zuvor war er aus der zweiten Mannschaft von Werder in den Profikader aufgerückt.   

Die Konstellation

An diesem Samstag (20.30 Uhr/Sport 1) könnte sich im Zweitligaspiel von Werder bei Holstein Kiel eine solche Konstellation wiederholen – und doch ist dabei vieles anders. Denn während sich damals an das erste Spiel sofort eine ansehnliche Bundesligakarriere anschloss (Brand bestritt für Werder, den VfL Wolfsburg und Hansa Rostock 108 Erstligaspiele), wird sein erster Einsatz als verantwortlicher Trainer der Werder-Profis auf absehbare Zeit wohl auch der letzte sein. Da die von den Bremern angestrebte Verpflichtung von Ole Werner bis zum Samstag womöglich noch nicht zustande kommt, wird Werders A-Jugend-Trainer Brand plötzlich in der ersten Reihe stehen. Sobald Werner (oder ein anderer Cheftrainer) da ist, geht es für Brand wieder zurück zur A-Jugend. Den exponierten Platz an diesem Samstag würde er bekommen, da Interimscoach Danijel Zenkovic in dieser Woche positiv auf Corona getestet wurde. Er hatte nach dem Rücktritt von Markus Anfang im Spiel gegen Schalke 04 (1:1) am Samstagabend die Verantwortung getragen, Brand hatte ihm assistiert.

Profidebüt und Schienbeinbruch

Mit Oldenburg verknüpft Christian Brand unterschiedliche Erfahrungen. Beim damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg feierte er in der Saison 1991/92 sein Profidebüt, bis zum Ende der Saison 1992/93 kam er für den VfB 35-mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz.

Am 25. Juli 1998 bestritt Brand mit den Werder-Profis im Oldenburger Marschwegstadion ein UI-Cup-Spiel gegen den belgischen Vertreter SK Lommel. Die Bremer gewannen mit 2:1, Brand zog sich in jener Partie aber einen Schienbeinbruch zu und wurde im Klinikum Oldenburg operiert. Er fiel mehrere Monate aus. Cheftrainer bei Werder war zu jener Zeit Wolfgang Sidka, unter dem Brand einige Jahre zuvor schon beim VfB Oldenburg gespielt hatte.

„Christian Brand wird die Mannschaft am Samstag sehr wahrscheinlich betreuen – es sei denn, wir präsentieren bis dahin einen neuen Trainer“, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann: „Wir haben vollstes Vertrauen in ihn, der seit vielen Jahren Trainer bei Werder ist. Christian hat über 14 Jahre Trainererfahrung, zuletzt im Jugendbereich, aber auch schon im Profifußball, und zudem eine eigene Spielerkarriere hinter sich.“

  

Die Trainerkarriere

Bei Werder arbeitet der frühere Offensivspieler Brand seit Anfang 2018 als Trainer im Jugendbereich. Als Chefcoach im Profigeschäft war er in Deutschland zuvor bei Jahn Regensburg und Hansa Rostock tätig gewesen – jeweils ohne langfristigen Erfolg. Seine Trainerausbildung hatte er in der Schweiz absolviert, wo er zum Ende seiner aktiven Karriere beim FC Luzern und SC Kriens gespielt hatte.

Brand, der als aktiver Spieler locker und leger unterwegs war, hat als Trainer inzwischen auch andere Seiten des Profigeschäfts kennengelernt. 2017, als er in Rostock arbeitete, erzählte er im Interview mit unserer Zeitung vom Umgang mit seinen Akteuren. „Die Spieler siezen mich, und ich glaube auch, dass das die ,normale‘ Ansprache für die Spieler ist“, sagte Brand damals: „Andersherum wäre meine Autorität aber nicht untergraben, wenn mich jemand duzen würde.“   

Kind des Nordwestens

Der aus Quakenbrück stammende Brand ist im Fußball-Nordwesten viel herumgekommen. Seine erste Profistation war der VfB Oldenburg, es folgten Engagements beim VfL Osnabrück, FC Bremerhaven und eben bei Werder. Sollte es für Brand bei dem einen Profitrainer-Einsatz gegen Kiel bleiben, würde er kurz danach übrigens schon wieder auf Holstein treffen: Am Sonntag, 5. Dezember, empfangen Werders Junioren den Kieler Nachwuchs zum Punktspiel in der A-Jugend-Bundesliga.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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