Bremen Die einen brauchen jeden Punkt im Rennen um die internationalen Plätze, die anderen dürfen sich im Titelkampf keinen weiteren Patzer erlauben: Für Werder Bremen und Borussia Dortmund gilt an diesem Samstag (18.30 Uhr) das Gleiche, wollen die beiden Fußball-Bundesligisten ihre Chancen auf das jeweils große Ziel aufrecht erhalten: Verlieren verboten! Selbst ein Remis hilft keinem der Teams weiter.

„Ich habe keine Sekunde darüber nachgedacht, das Saisonziel zu revidieren“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag angesprochen auf die sinkenden Aussichten auf eine Europapokal-Qualifikation. Nach der enttäuschenden 1:4-Niederlage in Düsseldorf beträgt der Rückstand auf die siebtplatzierten Hoffenheimer zwar vier Punkte, doch der Traum von Europa lebt weiter. „Wir haben die ganze Saison dieses Ziel gehabt und es ist drei Spieltage vor Schluss möglich. Jetzt sollen wir aufhören, daran zu glauben?“, fragte Mittelfeldmotor Maximilian Eggestein und gab die Antwort selbst: „Das wäre Schwachsinn. Wir glauben daran, solange es möglich ist.“

Angesichts des schwierigen Restprogramms mit den Partien gegen Dortmund, in Hoffenheim und gegen Leipzig gelten die Bremer jedoch als klarer Außenseiter. Sieben bis neun Punkte sind wohl nötig, um noch zwei Rivalen in der Tabelle zu überholen. „Ich hatte Mathe als Leistungskurs. Ich habe mal versucht, ganz viele Sachen gegeneinander zu rechnen – und habe relativ schnell gemerkt, das macht keinen Sinn“, betonte Kohfeldt.

„Wir können viel gewinnen. Und wir haben Lust, viel zu gewinnen“, schob der Bremer Trainer den Druck den Dortmundern zu. Der BVB muss nach der 2:4-Derbyniederlage gegen Schalke 04 zwei Punkte auf den Spitzenreiter FC Bayern aufholen, der am Samstag um 15.30 Uhr seinen Vorsprung im Heimspiel gegen das Schlusslicht Hannover 96 zwischenzeitlich höchstwahrscheinlich auf fünf Zähler ausbauen wird.

„Wir werden den Glauben und die Hoffnung nicht aufgeben, sondern bis zum Schluss alles geben. Das ist teil unserer DNA“, wählte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl ähnliche Worte wie die Bremer. „Wir sind von tiefer Depression in ein Hurra-wir-leben-noch gewechselt“, meinte indes Sportdirektor Michael Zorc mit Blick auf das überraschende 1:1 der Münchner beim Vorletzten aus Nürnberg, das dem BVB weiterhin alle Chancen auf die Meisterschaft sicherte.

Beide Teams müssen auf einen Leistungsträger verzichten. Bei Werder fehlt Niklas Moisander gelbgesperrt, ihn wird Marco Friedl in der Innenverteidigung ersetzen. Der für eineinhalb Jahre vom FC Bayern ausgeliehene 21-jährige Österreicher steht kurz vor einer Vertragsunterschrift bei den Bremern. „Wir sind in guten Gesprächen, die Vorstellungen liegen nicht weit auseinander. Marco hat sich so positioniert, dass er bei Werder bleiben möchte“, sagte Sportchef Frank Baumann.

Den Dortmundern wird indes der rotgesperrte Marco Reus fehlen. „Jeder weiß, welche Bewunderung ich für Marco habe. Als Spielertyp, als Persönlichkeit, wie er ein Spiel prägt und den Rhythmus bestimmt. Das ist ein wahnsinnig guter Spieler, der ihnen da fehlt“, lobte Kohfeldt den Nationalspieler – und stellte dann fest: „Das Problem ist, sie haben noch eine Menge anderer guter Fußballer.“

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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