Bremen Legt man den Trend der vergangenen Wochen zugrunde, spricht wenig dafür, dass die abstiegsbedrohten Bundesliga-Fußballer von Werder Bremen an diesem Samstag (15.30 Uhr, Weserstadion) gegen den Tabellendritten Borussia Dortmund etwas Zählbares holen. In den vergangenen neun Bundesligaspielen gelang den Bremern nur ein Sieg. Die Dortmunder Offensivabteilung lief zuletzt heiß, in den vergangenen fünf Punktspielen erzielte der BVB satte 22 Tore, acht davon gingen auf das Konto von Wintereinkauf Erling Haaland.

Doch ausgerechnet Bremens Trainer Florian Kohfeldt, über dessen Zukunft zumindest außerhalb der Werder-Führung seit Tagen diskutiert wird, ist der Mutmacher der Gastgeber. Denn Dortmund ist so etwas wie der Lieblingsgegner des 37-Jährigen. Kurz nach seiner Beförderung Anfang November 2017 war der 2:1-Sieg bei den Dortmundern am 9. Dezember 2017 der erste Bundesliga-Auswärtssieg des damals neuen Erstliga-Coaches. Im Pokalwettbewerb 2018/19 sowie im laufenden Wettbewerb gewann Werder in K.o.-Spielen unter Kohfeldt gegen den BVB. Und in der Hinrunde der laufenden Bundesliga-Saison überraschten die Bremer mit einem 2:2 beim Favoriten.

Es gibt bei Werder nicht nur die Überzeugung in die Fähigkeiten des Trainers Kohfeldt. Es gibt auch den großen Wunsch, mit ihm und dem Sport-Geschäftsführer Frank Baumann eine Ära zu prägen, die an die 13 gemeinsamen Jahre des Duos Thomas Schaaf und Klaus Allofs erinnert.

Das Krisenmanagement ist schon einmal ähnlich. „Ich sehe jeden Tag, wie Florian mit der Mannschaft arbeitet, wie akribisch er sie vorbereitet. Er erreicht die Mannschaft auch, sie steht hinter ihm“, sagte Baumann nach dem jüngsten 0:3 in Leipzig. Auch unter ihrem Meistertrainer Schaaf gerieten die Bremer 2011 in Abstiegsgefahr. Auch damals stellte der damalige Sportchef Allofs klar: „Wir werden nicht den Fehler anderer Vereine begehen und den Trainer auswechseln, nur um für vielleicht zwei Wochen einen psychologischen Effekt zu haben.“

Damals ging die Sache so aus: Werder stieg nie ab, aber Allofs wechselte 2012 zum VfL Wolfsburg. Und auch mittlerweile scheint es eher vorstellbar, dass Kohfeldt von sich aus geht, als dass Baumann und der Aufsichtsrats-Chef Marco Bode sich von ihm trennen. Nicht, um einfach anderswo weiterzumachen. Sondern um „seinem“ Verein im Abstiegskampf vielleicht noch einen letzten Dienst zu erweisen.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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