Bremen Der letzte Mutmacher liegt gerade einmal sieben Wochen zurück. Am 15. Dezember war Werder Bremen beim Spitzenreiter Borussia Dortmund in der Bundesliga zu Gast und lag schon nach 27 Minuten mit 0:2 zurück. Was folgte, war ein starker Auftritt der Fußballer von der Weser, die nach vorne agierten, sich Chancen herausspielten und am Ende mehr als die 1:2-Niederlage hätten erreichen können.

An diesem Dienstag (20.45 Uhr/ARD) geht es wieder in das größte Stadion Deutschlands zur derzeit besten Fußballmannschaft des Landes. Pokal-Achtelfinale, TV-Live-Partie, Flutlichtspiel, 81 000 Zuschauer: „Ganz Deutschland wird auf uns gucken“, weiß Sportchef Frank Baumann und sagt: „Das ist auch eine große Chance.“

Und die will Florian Kohfeldt nutzen. „Wir brauchen Mut. Wenn du nach Dortmund fährst, nicht daran glaubst und darauf wartest, dass sie Fehler machen, wird es schwierig“, betont der Bremer Trainer und erinnert sich an einen weiteren Mutmacher. Im Dezember 2017, rund zwei Monate nach dem Amtsantritt Kohfeldts, gewann Werder in der Liga beim BVB überraschend mit 2:1. Die Tore erzielten damals Maximilian Eggestein und Theodor Gebre Selassie. Zwei Spieler, die auch an diesem Dienstag wieder in der Startelf stehen werden.

„Wir fahren grundsätzlich überall hin, um zu gewinnen“, sagt Kohfeldt. Der schwache Auftritt in Nürnberg (1:1) sei „abgehakt“. Weil Werder aber eben vor wenigen Wochen bei der Borussia überzeugte, rechnet sich der Trainer keine Chancen aus, dass der BVB angesichts seiner Dreifachbelastung Stars schonen könnte. „Dafür waren wir in der Liga zu stark. Wenn wir da 6:0 verloren hätten, vielleicht. Aber so nicht“, meinte Kohfeldt.

Dafür spricht auch die Wertschätzung, die der Dortmunder Trainer Lucien Favre Werder entgegenbringt. „Bremen ist sehr gut organisiert. Es geht nach der Balleroberung sehr schnell nach vorn“, warnt der Schweizer, dem es vor allem ein Spieler angetan hat: Max Kruse. „Er spürt den Fußball und bewegt sich sehr clever. Er ist gefährlich, ein sehr guter Spieler.“

Nebenbei wäre der Pokalsieg für Werder der kürzeste Weg, um das Ziel Europapokal zu erreichen. Schon in diesem Achtelfinale geht es um richtig viel Geld. 1,3 Millionen Euro gibt es für den Einzug in das Viertelfinale, 1,2 Millionen Euro haben die Bremer durch ihre Siege in den ersten beiden Runden bei den Viertligisten Wormatia Worms (6:1) und Weiche Flensburg (5:1) bereits erspielt. Zudem werden die Ticket-Einnahmen im Pokal zwischen beiden Clubs aufgeteilt – bei 81 000 Zuschauern kommt da eine nette Summe zusammen.

Mut macht Werder trotz der „hohen Hürde“ (Baumann) auch, dass die Bremer schon immer eine Pokalmannschaft waren. 28 Mal standen sie in einem Viertelfinale, zehn Mal im Endspiel, sechs Mal holten die Grün-Weißen den „Pott“. Ein Sieg in Dortmund wäre zweifellos eine Überraschung, dass Werder jedoch gegen die Spitzenteams mithalten kann, hat das Team mehrmals in dieser Saison gezeigt. Und dann wäre da ja noch der letzte Mutmacher: Der in der Liga so starke BVB hat sich in dieser Saison im Pokal sehr schwer getan, gegen die beiden Zweitligisten Greuther Fürth (2:1) und Union Berlin (3:2) mussten die Dortmunder jeweils in die Verlängerung.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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